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Hilfswerk: Kinderrechtsaktivisten geraten weltweit zunehmend unter Druck

10.12.2018 14:56 Uhr

Das Kinderhilfswerk Terre des Hommes schlägt Alarm: immer mehr Regierungen hetzen gegen Kinderrechtler. Vor allem in Projektländern wie Nicaragua, Brasilien, Myanmar und Indien, aber auch Kolumbien, Philippinen und Kambodscha.

Kinder und Jugendliche, die sich für ihre Rechte einsetzen, werden in vielen Ländern nach Angaben des Kinderhilfswerks Terre des Hommes (TdH) zunehmend Opfer von Angriffen. "Wir erleben in immer mehr Projektländern, wie Regierungen gegen Menschenrechtler hetzen und auch vor Kindern nicht haltmachen", sagte TdH-Vorstandssprecher Albert Recknagel der "Neuen Osnabrücker Zeitung" vom Freitag.

Das Muster sei immer dasselbe: "Zunächst schüchtern Politiker ein und bezeichnen Kinderrechtler als Kriminelle, als Drogendealer, als Banditen", sagte Recknagel. "Dieser Verleumdung folgen dann konkrete Drohungen." Auch würden die Spielräume für Mitarbeiter der Hilfswerks in den jeweiligen Ländern enger, beispielsweise durch bürokratische Schikanen.

"Regierungen haben die Pflicht, Kinder zu schützen, die sich für ihre Rechte engagieren", sagte Recknagel. Die Kinder erlebten aber häufig, dass Erwachsene sie nicht ernst nähmen, sie lächerlich machten oder gewalttätig würden. Das betreffe "vor allem, aber längst nicht nur, Länder mit autoritären Regierungen, in denen demokratische Freiheitsrechte unterdrückt und die Handlungsmöglichkeiten von Nichtregierungsorganisationen systematisch eingeschränkt werden".

Recknagel verwies etwa auf eine sich zuspitzende Lage in Brasilien: "Die Äußerungen des designierten Präsidenten Jair Bolsonaro, das Kinderschutzgesetz des Landes tauge nur, um Vagabunden und Banditen zu schützen, man solle es durchreißen und die Toilette hinunter spülen, bedeuten für die Zukunft sicher nichts Gutes."

(be/afp)