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Hilfspfleger wegen sechsfachen Mordes in München angeklagt

1.4.2019 23:39 Uhr

Wegen sechsfachen Mordes wurde ein Hilfspfleger von der Staatsanwaltschaft München angeklagt. Außerdem werfen die Ermittler dem im Februar vergangenen Jahres festgenommenen 37-jährigen Grzegorz W. Diebstahl, Raub mit Todesfolge, versuchten Mord, Betrug und gefährliche Körperverletzung vor, wie die Anklagebehörde am Montag mitteilte. Der aus Polen stammende Mann soll die Taten bei seinen Einsätzen als Pfleger an seinen Patienten begangen haben.

W. arbeitete nach Vermittlung von Agenturen in ganz Deutschland. Er spritzte seinen Patienten laut den Ermittlungen wiederholt medizinisch nicht notwendiges Insulin, was teilweise zum Tod der Patienten führte. In anderen Fällen überlebten Patienten nur wegen umgehender ärztlicher Behandlung. Den Ermittlern zufolge durchsuchte der Angeschuldigte in den meisten Fällen die Wohnungen seiner Patienten nach Wertgegenständen und stahl sie, weshalb unter anderem das Mordmerkmal der Habgier erfüllt sei.

Der nach dem Tod eines 83-Jährigen überführte Pfleger gestand in seinen Vernehmungen die Insulingabe, bestritt aber eine Tötungsabsicht. Zur Aufklärung seiner Taten ermittelte die Staatsanwaltschaft 69 Einsatzorte des Angeschuldigten in ganz Deutschland. Die Morde soll er in Bayern, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Baden-Württemberg verübt haben. Auch in Nordrhein-Westfalen und Hamburg soll er laut der 366 Seiten umfassenden Anklageschrift Straftaten begangen haben.

(gi/afp)