epa/Stewart Attwood

Hilfe für britische Bauern beim Brexit

30.7.2019 20:05 Uhr

Erst drohte ihm Ungenach in Schottland, dann auch noch in Wales: Der britische Premierminister Boris Johnson will die Landwirte nach dem Brexit besserstellen. Doch die Äußerungen des Regierungschefs, der immer wieder mit einem ungeregelten EU-Austritt droht, stießen in Wales umgehend auf scharfe Kritik.

Der südwestliche Landesteil ist sehr stark von EU-Fördermitteln abhängig. Nach Angaben von Experten kamen zuletzt rund 80 Prozent der Einkünfte von Bauern dort aus Töpfen der Europäischen Union.

"Wenn wir die EU am 31. Oktober verlassen, werden wir die historische Chance haben, neue Maßnahmen zur Unterstützung der Landwirtschaft einzuführen - und wir werden sicherstellen, dass die Bauern einen besseren Deal bekommen", teilte Johnson am Dienstag anlässlich eines Treffens mit Bauern in dem Landesteil mit.

Johnson treibe das Land in die "Katastrophe"

Der Regierungschef von Wales, Mark Drakeford (Labour-Partei), kritisierte den Premierminister scharf auf Twitter: "Keine Anerkennung, dass Lebensgrundlagen in Gefahr sind. Keine ernsthaften Antworten. Kein Plan für die Bauern von Wales."

Bereits am Tag zuvor war Johnson bei seinem ersten Besuch als Premier in Schottland ein scharfer Wind entgegengeweht: Regierungschefin Nicola Sturgeon sagte, dass er das Land in eine "Katastrophe" treibe.

Nach einem Bericht der Zeitung "Guardian" will Johnson vorerst keine Gespräche mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron führen. Er sei angeblich nur dazu bereit, wenn die Europäische Union den Brexit-Deal nachverhandelt. Eine Regierungssprecherin wollte den Bericht am Dienstag in London auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur allerdings nicht kommentieren. Brüssel lehnt ein Aufschnüren des von Johnsons Vorgängerin Theresa May und der EU vereinbarten Abkommens strikt ab.

(an/dpa)

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