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Herausforderer Ganz vor israelischem Premier Netanjahu

5.4.2019 12:41 Uhr

Mit seiner Partei Blau-Weiß liegt Benny Ganz kurz vor den Parlamentswahlen in Israel vor dem amtierenden Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu vorne. Allerdings hätte der Mitte-Links-Block danach keine Mehrheit zur Regierungsbildung.

So würde Blau-Weiß aktuell 32 Mandate erhalten, Netanjahus Likud-Partei dagegen nur 27, wie das israelische Fernsehen und die konservative Zeitung "Israel Hajom" am Freitag berichteten. Der Mitte-Links-Block käme allerdings nur auf 56 Sitze, der rechte Block dagegen auf 64.

Auch Umfragen der Zeitungen "Jediot Achronot" und «Maariv» zeichnen ein ähnliches Bild. Freitag ist der letzte Tag, an dem noch Umfragen vor der Wahl am Dienstag veröffentlicht werden dürfen.

Korruptionsvorwürfe gegen Netanjahu

Amtsinhaber Netanjahu (69) strebt mit Unterstützung von rechten und strengreligiösen Parteien eine fünfte Amtszeit an. Er ist seit 2009 durchgängig im Amt und war bereits von 1996 bis 1999 Ministerpräsident.

Netanjahu steht allerdings wegen massiver Korruptionsvorwürfe unter Druck. Der Generalstaatsanwalt hat im Februar erklärt, Anklagen gegen Netanjahu in drei Fällen erheben zu wollen. Es geht dabei um Vorwürfe wegen Bestechlichkeit, Untreue und Betrug. Nach juristischer Praxis in Israel muss zuvor jedoch noch eine Anhörung Netanjahus erfolgen. Der Regierungschef hat alle Vorwürfe zurückgewiesen.

Der Wahlkampf hat sich in den vergangenen Wochen zur Schlammschlacht entwickelt. Politische Inhalte spielen dabei weniger eine Rolle als persönliche Angriffe gegen Netanjahu und Ex-Militärchef Ganz (59).

(an/dpa)