Hürriyet

Herabstufung von Moody's laut türkischem Finanzministerium unvereinbar mit Wirtschaftsdaten

15.6.2019 16:03 Uhr

Die Entscheidung von Moody's zur Herabstufung der Bonität der Türkei ist mit den grundlegenden Wirtschaftsindikatoren des Landes nicht vereinbar, teilte das türkische Finanzministerium am 15. Juni mit. Der Schritt der Ratingagentur "wirft Fragen nach ihrer Objektivität und Neutralität auf", heißt es in einer Erklärung des Ministeriums.

Die Agentur ergriff die Maßnahme am späten 14. Juni und sagte, das Risiko einer Zahlungsbilanzkrise sei weiter gestiegen. Moody's stufte das Rating von Ba3 auf B1 herab und behielt einen negativen Ausblick bei - B1 bedeutet "Ramschniveau". Im August 2018 stufte die Agentur das Rating der Türkei bereits von Ba2 auf Ba3 herab. Unter Bezugnahme auf die Einschätzung von Moody's, dass die türkische Verschuldung das 2,6-fache ihrer Reserven beträgt, sagte das Ministerium, andere Schwellenländer hätten von der gleichen Agentur mit schlechteren Werten eine höhere Einstufung erhalten.

Anzeichen der wirtschaftlichen Erholung würden ignoriert

Das Ministerium bedauert auch, dass viele positive Entwicklungen, die ein deutliches Anzeichen für eine Erholung der Wirtschaft des Landes darstellen würden, ignoriert werden. Dazu würde der Abschluss der Rekapitalisierung der staatlichen Kreditgeber, der Abwärtstrend der Inflation und der saisonale Anstieg des Tourismuseinkommens gehören.

Die Ratingagentur habe zudem "zu Unrecht" die fehlende Unabhängigkeit der Institute und eines freien Marktes in der Türkei kritisiert. Die wichtigsten wirtschaftspolitischen Eckpfeiler der Türkei hätten seit 2003 darin bestanden, unter allen Umständen den Grundsätzen des freien Marktes zu folgen, fügte die Erklärung des Ministeriums hinzu.

(Hürriyet.de)

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