imago images/Arnulf Hettrich

Helfer zahlen zwei Jahre lang Mieten für Flüchtlinge

7.5.2019 7:08 Uhr

Rund 500 besonders schutzbedürftige Flüchtlinge will ein neues Pilotprojekt mit hilfsbereiten Bürgern zusammenbringen. Das am Montag in Berlin vorgestellte Aufnahmeprogramm "Neustart im Team" ermöglicht es Flüchtlingen, die in Ländern leben, in denen sie nicht dauerhaft bleiben können, auf legalem Wege nach Deutschland zu kommen.

Bereits vor ihrer Ankunft sucht eine Gruppe von mindestens fünf Mentoren für sie eine Wohnung, die sich am örtlichen Sozialhilfesatz orientiert. Die Gruppe zahlt im Voraus gemeinsam auf ein gesondertes Konto die Kaltmiete für zwei Jahre ein.

Außerdem verpflichtet sich die Gruppe, den Flüchtling bei Behördengängen und bei der Integration zu unterstützen. Anders als bei den sogenannten Flüchtlingsbürgschaften weiß jeder Mentor von Anfang an, wie viel er finanziell beitragen muss.

Resettlement anstatt Asylantrag

Die Flüchtlinge müssen in Deutschland keinen Asylantrag stellen, sondern werden im Rahmen des sogenannten "Resettlements" aufgenommen. Deutschland hat der EU-Kommission für die Jahre 2018 und 2019 die Aufnahme von insgesamt 10 200 Menschen zugesagt.

Die Teilnahme am "Neustart"-Programm ist für die Flüchtlinge freiwillig. Wenn sie sich aber darauf einlassen, sind sie erst einmal verpflichtet, in der Wohnung zu leben, die ihnen die Mentoren ausgesucht haben. Ausgewählt werden die Schutzbedürftigen, die für das «Resettlement» infrage kommen, vom UN-Flüchtlingshilfswerk.

Das Pilotprojekt wird von der Bundesregierung gemeinsam mit dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) umgesetzt. An der Konzeption waren unter anderem die Evangelische Kirche von Westfalen, die Bertelsmann-Stiftung und die Caritas beteiligt. Durch die Begleitung der Mentorengruppe soll ein sofortiger Kontakt zur deutschen Gesellschaft sichergestellt werden.

(an/dpa)