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Heißester September: Hitzerekorde an 93 Standorten der Türkei

13.10.2020 20:16 Uhr

Tage nach der Ankündigung des "heißesten Septembers auf dem Planeten" durch den europäischen Klimakörper erklärten türkische Beamte am 12. Oktober an 93 Standorten des Landes neue Temperaturrekorde für den September.

"Aufgrund des wärmeren Wetters außerhalb der normalen Saison im letzten Monat konnten wir rekordverdächtige Temperaturänderungen feststellen", berichtete Ahmet Duran Sahin von der Technischen Universität Istanbul gegenüber der staatlichen Agentur Anadolu.

Er machte die heiße Luft aus dem Nahen Osten und Nordafrika für den "heißesten September" verantwortlich.

Erhöhte Durchschnittstemperaturen in der Türkei

Nach Angaben des staatlichen Wetterdienstes in der Türkei lag die Durchschnittstemperatur in den vergangenen Jahren im September bei 20,5 Grad Celsius. In diesem September ist die Durchschnittstemperatur jedoch um 3,4 Grad Celsius gestiegen und erreichte 23,9 Grad Celsius.

Der türkische staatliche Wetterdienst beobachtete auch einige extreme Temperaturerhöhungen an 93 Standorten des Landes.

Laut Statistik sind die Standorte Yumurtalik in der südlichen Provinz Adana, Boyabat in der nördlichen Provinz Sinop und die Provinz Osmaniye im Mittelmeerraum die Orte, die den höchsten Anstieg verzeichneten und ganz oben auf der Liste standen.

Die interessante Erkenntnis sei allerdings, dass sich der heißeste und der zweitheißeste Ort auf gegenüberliegenden Seiten des Landes befinden würden.

Folge von Klimawandel?

"Die globale Erwärmung ist unbestreitbar", betonte Sahin bei dem Gespräch. "Mit heißen Luftwellen wie aus dem Nahen Osten und Nordafrika im letzten Monat werden wir die Auswirkungen des Klimawandels in der kommenden Zukunft tief spüren."

Laut dem Wissenschaftler werden diese Arten von Heißluftwellen in Zukunft Dürre in das Land bringen, daher sollten kurzfristige, mittelfristige und langfristige Pläne vorbereitet werden.

"Eine Änderung der Temperaturen in einem Monat kann allerdings nicht als „Klimawandel“ bezeichnet werden. Im vergangenen Monat im September hatten wir landesweit Fälle von Dürre. Dies dem Klimawandel zuzuschreiben, kann einfach als Unkenntnis des Klimas bezeichnet werden", fügte Sahin noch mit zu.

Über die Dürre berichtete er: "Dürren sind meteorologische Katastrophen, die wir seit Jahrhunderten gesehen haben. Aber ja, der Klimawandel wirkt sich auf die Dürre aus."

Er betonte, wie wichtig es sei, ab sofort Maßnahmen zu ergreifen. "Wir können die Auswirkungen minimieren, indem wir rechtzeitig Vorsichtsmaßnahmen treffen."

Wärmster September weltweit

Am 7. Oktober erklärte der europäische Klimakörper, dass der letzte September der wärmste Monat war, der jemals auf dem Planeten aufgezeichnet wurde.

"Weltweit und in Europa war der September 2020 der wärmste September seit Bestehen. Der globale Durchschnitt von 0,05 Grad Celsius war wärmer als der zuvor wärmste September 2019", hatte der Copernicus Climate Change Service in einer Erklärung verkündet.

(gi)

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