DHA

Heiratsantrag abgelehnt - 46-Jähriger erschießt 35-Jährige in der Türkei

2.10.2020 15:07 Uhr

Ein 46-jähriger Lehrer in Adana, Erdogan K., der bereits wegen sexueller Belästigung zu acht Jahren Haft verurteilt war, die Haft aber nie antrat, hat am 1. Oktober eine 35-jährige Kassiererin erschossen. Tugba Keles hatte seinen Heiratsantrag abgelehnt. Nach der Tat schoss sich der Täter in den Kopf und verstarb einen Tag nach der Tat.

Laut polizeilichen Quellen schoss K. der 35-jährigen Keles in den Rücken und richtete die Pistole danach gegen sich selbst. Tugba Keles starb noch am Ort des Tatgeschehens, K. kam mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus, wo er aber ebenso einen Tag später der Schwere der selbst beigebrachten Verletzung erlag. Muhammet Keles, der ältere Bruder der Ermordeten, sagte, seine Schwester habe sich Sorgen gemacht, dass sie verletzt werden könnte. "Vor einem Tag schrieb mir meine Schwester: 'Wenn mir etwas passiert, pass auf mein Kind auf.'"

Hätte der Femizid verhindert werden können?

Die erste Reaktion auf den Femizid kam von Gülay Mübarek, der Lehrerin, die Erdogan K. jahrelang sexuell belästigte. "Wenn er verhaftet worden wäre, würde Keles heute leben", sagte Mübarek. "Dieser Mann hat mich seit 2016 belästigt", erklärte sie weiter und verwies auf den Rechtsstreit, den sie jahrelang gegen K. geführt hatte. "Mit drei Anklagen verurteilte ihn das Gericht zu acht Jahren und drei Monaten. Aber er wurde nie inhaftiert, da das höhere Gericht die Urteile nicht gebilligt hat."

Mutter und Sohn

Mübarek fuhr fort, dass K. schon damals von der Kassiererin Keles "besessen" war und sagte: "Vor einem Monat versuchte dieser Mann Tugba Keles zu entführen. Die Polizei hat ihn gefasst, aber er wurde freigelassen. Warum verhaftet man nicht jemanden, der eine Frau entführt und eine andere jahrelang belästigt?" Mübarek erzählte weiter, die ermordete Keles habe sie in den sozialen Medien kontaktiert, aber sie habe ihre Nachrichten zu spät gesehen. "Wir wollten gerade kommunizieren, um zu besprechen, was sie tun kann, um ihn loszuwerden - aber heute habe ich die Nachricht von ihrem Tod erhalten." Mübarek rief die Öffentlichkeit zum Handeln auf und betonte: "Wenn eine Frau kommt und sich bei Ihnen beschwert, kümmern Sie sich bitte um ihren Anruf. Wenn Sie das nicht tun, kostet es das Leben einer Frau."

Beisetzung der Getöteten
(ce)

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