epa/Jason Szenes

Heiko Maas plädiert für deutschen Sitz im UN-Sicherheitsrat

27.12.2018 10:52 Uhr

Der UN-Sicherheitsrat bedarf dringender Reformen, findet zumindest der deutsche Außenminister Heiko Maas und bekräftigt zugleich den Wunsch nach einem ständigen Sitz Deutschlands in dem Gremium.

Die seit mehr als 70 Jahren bestehende Zusammensetzung sei "nicht mehr zeitgemäß", sagte Maas in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur. "Ich glaube, dass die Kräfteverhältnisse auf der Welt deutlich besser abgebildet werden müssten, als das im Moment der Fall ist."

Über eine Reform des Sicherheitsrats wird seit Anfang der 90er-Jahre heftig diskutiert. Deutschland setzt sich zusammen mit Japan, Brasilien und Indien für eine Vergrößerung des Gremiums ein. Die vier wirtschaftsstarken Länder wollen zusammen mit zwei afrikanischen Staaten in den Kreis der ständigen Mitglieder aufgenommen werden. Bisher scheiterten aber alle Bemühungen um eine Veränderung vor allem am mangelnden Reformwillen der fünf derzeitigen ständigen Mitglieder USA, Großbritannien, Frankreich, Russland und China. Sie müssen ebenso zustimmen wie zwei Drittel aller 193 UN-Mitglieder.

"Mehrheit der UN-Mitglieder ist dafür"

Maas betonte, dass die Bemühungen der Vierergruppe trotzdem fortgesetzt würden. "Die Mehrheit der UN-Mitglieder ist dafür", sagte er. "Auch wenn es schwer wird, wir werden nicht müde werden, das Thema auf die Tagesordnung zu setzen. Es wird viel zu lange schon über Reformen geredet, ohne dass man in irgendeiner Weise vorankommt."

(an/dpa)

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