epa/Marcin Obara

Heiko Maas gedenkt der Opfer in Polen

31.7.2019 16:27 Uhr

Als "besonderes Zeichen des Vertrauens" hat Außenminister Heiko Maas seine Einladung zum 75. Gedenken an den Aufstand im Warschauer Ghetto bezeichnet. Mit der beinahe vollständigen Zerstörung Warschaus und dem Tod von etwa 200 000 Polen habe Deutschland bei der Niederschlagung des Aufstands entsetzliches Leid über seinen Nachbarn gebracht, sagte der SPD-Politiker vor seiner Abreise zu den Gedenkfeiern.

"Die Widerstandskraft und der Mut, mit dem sich Polen 1944 der deutschen Besatzung entgegengestellt hat, zeugt von einem überwältigenden Wunsch nach Freiheit und Selbstbestimmung."

Polen und insbesondere Warschau hätten den Wiederaufbau nach dem Krieg aus eigener Kraft geschafft. "Dafür empfinde ich großen Respekt und tiefe Demut", sagte Maas. Heute verbinde Polen und Deutschland eine tiefe Freundschaft und Partnerschaft.

Nazis zerstörten fast ganz Warschau

Am 1. August 1944 hatte sich die Armia Krajowa - die Polnische Heimatarmee - gegen die Besatzungsmacht der Nazis erhoben. Nach 63 Tagen war der Warschauer Aufstand blutig niedergeschlagen. Rund 200 000 polnische Soldaten und Zivilisten wurden während der Kämpfe getötet, etwa eine halbe Million anschließend deportiert. Als Rache wurde die polnische Hauptstadt von den Nazis fast komplett dem Erdboden gleichgemacht.

Maas ist der höchstrangigste deutsche Gast beim Gedenken an den Aufstand seit Bundeskanzler Gerhard Schröder, der 2004 als erster bundesdeutscher Regierungschef zu einem Jahrestag des Aufstands in Warschau war. Maas nimmt am Mittwoch an einem Gedenkgottesdienst am Denkmal für den Warschauer Aufstand teil. Am Donnerstag wird er gemeinsam mit seinem polnischen Kollegen Jacek Czaputowicz einen Kranz am Denkmal für die Opfer des Massakers von Wola während des Aufstands niederlegen. Es gilt als eines der größten Kriegsverbrechen des Zweiten Weltkriegs mit etwa 50 000 Toten. Im Museum des Warschauer Aufstands wird Maas zudem eine Rede halten.

(an/dpa)

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