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Heiße Temperaturen und Sonne können zu Krampfadern und Blutgerinnseln führen

31.7.2019 13:44 Uhr

Der anerkannte Herz- und Gefäßchirurg Dr. Mustafa Gögün Saygin erklärte im Gespräch mit Hürriyet.de über die Risiken, die in den heißen Sommermonaten unseren Körper belasten können.

Vor allem betonte er, dass Menschen mit Blutgerinnseln oder Krampfadern möglichst keine Saunabesuche oder Bäder in heißen Thermalbädern planen sollten.

Krampfadern vergrößern sich bei Hitze

Gerade, wenn die Temperaturen steigen, können sich Krampfadern weiter vergrößern. Dadurch verlangsamt sich der Blutfluß und es kann zu Blutgerinnseln kommen. Hinzu kommt, dass der Körper bei hohen Temperaturen viel mehr Flüssigkeit als sonst verliert, welches zu einem Andicken des Blutes führen kann – auch das erhöht das Risiko von Blutgerinnseln.

Im Allgemeinen kann man bei älteren Menschen oder Personen, die sich wenig bewegen, in den Sommermonaten einen Anstieg von Gerinnseln im Hirn, Gefäßverengungen im Herzen oder auch in den Beinen (Venenthrombosen) feststellen. Dies kann in einigen Fällen zu Lähmungserscheinungen, Herzinfarkten oder ernsten Thrombosen, bei denen die Beine extrem anschwellen, führen. Allerdings ist es im Jahr 2019 dank ständig neuer Technologie und neuen Erkenntnissen längst nicht mehr so riskant und gefährlich, diese Erkrankungen zu behandeln, wie noch vor einigen Jahren. Gerinnsel und Gefäßverengungen können heute ganz ohne Operation, ohne Schmerzen für den Patienten und ohne Narkose innerhalb von 10 – 15 Minuten problemlos behandelt werden.

Direkte Sonneneinstrahlung meiden

Mit der Klimaerwärmung, dem Ozonlocht, den steigenden Mengen an Kohlendioxid in der Atemluft und dem allgemeinen Anstieg der Luftverschmutzung steigt nicht nur das Risiko an verfrühter Hautalterung oder gar Hautkrebs, sondern auch die Gefahr an Herz- oder Lungenleiden zu erkranken. Gerade deshalb ist es besonders wichtig, während der heißen Sommermonate den Wasserverlust des Körpers zu ersetzen und mindestens drei Liter Wasser zu trinken. Wer zudem blutverflüssigende Medikamente nutzt, sollte unbedingt darauf achten, diese während der Sommermonate besonders geflissentlich und pünktlich einzunehmen.

Doch während wir uns langsam dem Jahr 2020 nähern, ist die Gefäßchirurgie mittlerweile dank Robotern, neuen Softwareprogrammen, weiterentwickelter Technologie und nicht zuletzt durch die Zusammenarbeit von Wissenschaftlern und Medizinern so weit, Krankheiten behandeln zu können, die vor einiger Zeit noch als unheilbar galten. Die Medizinwelt muss diese neuen Entwicklungen sehr genau beobachten, denn dank dieser Entwicklungen können veraltete und weniger effektive Methoden durch moderne Therapieformen ersetzt werden.

Frage an Dr. Saygin: Wie sieht die Behandlung aus?

Im Gespräch mit Dr. Mustafa Gögün Saygin haben wir auch danach gefragt, wie eine Behandlung aussehen müsse – und ob Herzkranke während der Sommermonate besser auf Aktivitäten wie Schwimmen im Freien verzichten sollten.

"Natürlich muss der Patient vor eine Behandlung gründlich untersucht werden. Nachdem die Ergebnisse analysiert worden, können durch eine farbige Doppler-Ultrasonografie vergrößerte Venen oder verengte Gefäße erkannt und ohne Operation behandelt werden. Durch die neuen medizinischen Technologien wie PRP/GRP oder Stammzellentherapien können sowohl kleinere Blutgerinnsel aufgelöst, als auch Krampfadern gezogen werden. Dabei möchte man langfristig die Gefäßwände unterstützen und die Adern auf die normale Größe schrumpfen.

Können Herzkranke Schwimmen gehen?

Ein leichtes Training ist für Menschen mit Herzerkrankungen immer empfehlenswert. Allerdings sollten Menschen mit Herzerkrankungen oder Gefäßverengungen und Krampfadern darauf achten, nicht in der prallen Sonne Schwimmen zu gehen. Am besten eignet sich deshalb ein erfrischendes Bad im Meer vor zehn Uhr morgens und am späten Nachmittag (ab 16 – 17 Uhr), wenn die Sonne nicht mehr ganz so stark strahlt.

Herz- & Gefäßchirurg Dr. Mustafa Gögün Saygin

(Berna Ehrhardt)

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