epa/Florian Wiesner

Hausdurchsuchung nach Spende von Christchurch-Attentäter

18.6.2019 17:55 Uhr

In Wien wurden zwei Wohnungen der Identitären durchsucht worden. Hintergrund sind Spenden des mutmaßlichen Christchurch-Attentäters. Das bestätigte die Staatsanwaltschaft Graz am Dienstag der österreichischen Nachrichtenagentur APA. Der mutmaßliche Christchurch-Attentäter hatte den rechtsextremen Identitären mehr als ein Jahr vor seinem Terroranschlag auf zwei Moscheen in Neuseeland 1500 Euro gespendet.

Daher wird gegen den Identitären-Chef Martin Sellner wegen des Verdachts der Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung ermittelt. Bereits kurz nach dem Anschlag Mitte März, bei dem 51 Menschen getötet wurden, wurde eine Wohnung Sellners durchsucht.

Gab es weitere Spenden?

Laut Staatsanwaltschaft ging es bei den Durchsuchungen am Dienstag unter anderem um die Frage, ob es noch weitere Spenden des Attentäters an die rechtsextreme Bewegung gegeben habe. Sellner twitterte am Morgen selbst über die Durchsuchungen: "Heute um 07.00 stand erneut die Polizei vor der Tür mit Durchsuchungsbeschluss. Eine Privaträumlichkeit von mir und eine weitere Wohnung wurden durchsucht. Handy und Datenträger erneut beschlagnahmt."

Die Staatsanwaltschaft ermittelt inzwischen auch gegen Sellners Lebensgefährtin wegen des Verdachts der Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung. Mitte Mai war bereits publik geworden, dass sich Sellner und der mutmaßliche Attentäter länger als zunächst bekannt Mails geschickt hatten. Unter anderem luden sie sich dabei gegenseitig ein, sollten sie einmal in der gleichen Stadt sein. Laut Sellner sei es aber nie zu einem Treffen gekommen.

(an/dpa)

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