epa/Abed Al Hashlamoun

Haus von Palästinenser zerstört

17.4.2019 9:39 Uhr

Das Haus eines mutmaßlichen palästinensischen Attentäters wurde von der israelischen Armee im besetzten Westjordanland zerstört. Saleh Barguti habe mit seinem Bruder im Dezember bei einem Anschlag ein Baby getötet und sieben weitere Israelis verletzt, teilte die Armee am Mittwoch mit.

Der Mann aus Kubar in der Nähe von Ramallah wurde wenige Tage nach der Tat bei seiner versuchten Festnahme erschossen.

Die Israelis hatten nach Armeeangaben im nördlichen Westjordanland an einer Bushaltestelle bei der Siedlung Ofra gewartet. Aus einem vorbeifahrenden palästinensischen Auto sei auf die Menschen geschossen worden.

Bruder hat Anschläge auf die IDF begangen

Saleh Bargutis Bruder Assem wurde in der Zwischenzeit wegen eines weiteren Anschlags nach der Attacke bei Ofra angeklagt. Bei dem Anschlag nördlich von Jerusalem hatte nach Armeeangaben der Angreifer das Feuer ebenfalls auf Israelis an einer Bushaltestelle eröffnet. Zwei Soldaten starben, ein Soldat und ein Zivilist wurden verletzt.

Die Zerstörung der Häuser verurteilter oder auch getöteter Terroristen ist umstritten. Menschenrechtsorganisationen lehnen die Strafmaßnahme als Kollektivstrafe und Kriegsverbrechen ab. Israel rechtfertigt sie hingegen als wichtige Abschreckung. In den Häusern leben in der Regel die Familien der Attentäter, die durch die Zerstörung häufig obdachlos werden.

(an/dpa)