imago/Rüdiger Wölk

Hartz-IV geht auf die Gesundheit

9.3.2019 12:01 Uhr

Laut des Gesundheitsreports der Krankenkasse AOK Rheinland/Hamburg haben Erwachsene und Kinder, die von Hartz IV leben, größere gesundheitliche Probleme als Angestellte.

Zu diesem Ergebnis kommt der noch unveröffentlichte Gesundheitsreport der AOK Rheinland/Hamburg, der der "Rheinischen Post" vorliegt. Demnach leiden etwa bei den Arbeitnehmern nur 5,5, Prozent an Diabetes vom Typ2, bei den Bezieher des Arbeitslosengelds II sind es dagegen 9,1 Prozent. Ähnlich groß ist demnach der Abstand bei Verengungen der Herzkranzgefäße.

Ungleichgewichte bei der Gesundheit

Der Report wimmelt laut "Rheinischer Post" von Beispielen für Ungleichgewichte bei der Gesundheit unter den sozialen Schichten. So haben danach die Kinder von Arbeitnehmern zu 78 Prozent mit sechs Jahren ein Gebiss ohne Füllungen. Bei den Kindern von Hartz-IV-Empfängern seien es nur knapp 68 Prozent. Betrachtet man nur die Kinder von freiwillig in der gesetzlichen Krankenkasse versicherten Arbeitnehmern mit einem Jahreseinkommen von mindestens 60.750 Euro, kommt man auf knapp 83 Prozent der Kinder, deren Gebiss bis zum sechsten Geburtstag keine Zahnfüllungen aufweist.

Aus dem Report geht dem Blatt zufolge auch ein Stadt-Land-Gefälle beim Gesundheitszustand der Bürger hervor. In den kreisfreien Städten kämen Herz- und Zuckerkrankheit, Fettleibigkeit bei Kindern und Hepatitis C deutlich häufiger vor als auf dem Land. Der Chef der AOK Rheinland/Hamburg, Günter Wältermann, sagte der Zeitung: "Soziale Unterschiede, höherer Anteil von Migranten und ein geringer Versorgungsgrad beeinflussen die Gesundheitschancen erheblich."

(be/dpa)