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Harter Brexit: Irland bräuchte Hilfe der EU

3.1.2019 16:17 Uhr

Sollte ein harter Brexit kommen, dann müsse Irland die Europäische Union um Nothilfen in Höhe von mehreren Millionen bitten. "Wir sprechen hier von hunderten von Millionen", sagte Landwirtschaftsminister Michael Creed der Zeitung "Irish Independent" vom Donnerstag. In der Rindfleisch- und Fischereiindustrie gehe um "riesige Geldsummen".

Großbritannien will zum 29. März aus der EU austreten. Bislang gibt es noch keinen gültigen Austrittsvertrag. Für einen von Premierministerin Theresa May mit der EU ausgehandelten Vertragsentwurf gibt es bislang keine Mehrheit im britischen Parlament. Damit wächst die Gefahr, dass das Vereinigte Königreich die EU ohne Abkommen verlässt. Dann droht die Wiedereinführung von Grenzkontrollen zwischen dem EU-Mitglied Irland und Großbritannien.

Irland ist stark auf den britischen Markt angewiesen

Ein großer Teil der irischen Exporte, vor allem in der Rindfleisch-, Molkerei- und Fischereiindustrie, gehen nach Großbritannien. Irland sei sehr stark auf den britischen Markt angewiesen, sagte Landwirtschaftsminister Creed. Aber es gebe immer noch die Hoffnung, dass in London am Ende "ein gewisses Maß an Vernunft vorherrschen" und der Brexit-Vertragsentwurf angenommen werde.

Am Donnerstag wollte das irische Kabinett Notfallpläne für den Fall eines harten Brexit diskutieren. Bis zu 45 neue Gesetze müssten dann im Eilverfahren durchs Parlament gebracht werden - sämtliche anderen Gesetzesvorhaben müssten vorerst auf Eis gelegt werden.

(an/afp)