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Hans-Georg Maaßen: Nicht Opfer, eher Spielball

21.12.2018 20:07 Uhr

Erneut meldet sich Hans-Georg Maaßen zu Wort. Dieses Mal in eigener Sache. Ex-Verfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen beklagt, wie mit ihm vor seiner Absetzung umgegangen wurde.

"Was mich schmerzt, ist die öffentliche Herabwürdigung, die ich erfahren habe und gegen die ich mich nicht wehren konnte", sagte Maaßen dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". "Ich glaube, das war das erste Mal in der Geschichte der Bundesrepublik, dass ein hochrangiger Beamter eine derartige Diskussion über seine Person erfahren hat." Er habe nie verstanden, "dass eine Regierung wegen eines Beamten, der sich nichts hat zuschulden kommen lassen, infrage gestellt wird", sagte Maaßen. Er sehe sich gleichwohl nicht als Opfer: "Wenn schon, dann Spielball."

Innenminister Horst Seehofer (CSU) hatte Maaßen im November in den einstweiligen Ruhestand versetzt. Vorausgegangen waren vieldeutige Äußerungen Maaßens zu Protesten in Chemnitz, nachdem dort ein Deutscher gewaltsam zu Tode gekommen war. Er bezweifle, dass es zu Hetzjagden auf Ausländer gekommen sei, sagte Maaßen kurz danach der "Bild"-Zeitung und schloss "gezielte Falschinformation" nicht aus. Vor internationalem Geheimdienst-Publikum in Warschau sprach Maaßen später laut Manuskript von teilweise "linksradikalen Kräften in der SPD", die nach den Ereignissen von Chemnitz einen Bruch der großen Koalition provozieren wollten.

Öffentliche Spekulation über Parteiwechsel

Dem "Spiegel" sagte Maaßen nun, zu schaffen gemacht hätten ihm "die öffentlichen Unterstellungen und Schmähungen, bei denen es zum Beispiel hieß: Maaßen ist ein Schädling, Maaßen tritt die Verfassung mit Füßen, Maaßen hat nicht alle Tassen im Schrank. Das war zum Teil schon sehr ehrabschneidend." Am meisten habe ihn getroffen, "dass man versucht hat, mich in die rechte Ecke zu schieben". Spekulationen über einen Parteiwechsel zur AfD erteilte er erneut eine Absage: "Ich bin seit 1987 Mitglied der CDU und gedenke, das auch zu bleiben. Ich würde mich natürlich freuen, wenn die CDU unter der neuen Parteivorsitzenden im Bereich innere Sicherheit stärkere Akzente setzen würde."

(an/dpa)