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Handy von Amazon-Boss Bezos wurde von Saudi-Arabien gehackt

31.3.2019 8:57 Uhr

Es hieß, es sei der Bruder seiner Geliebten gewesen, der die Fotos und Nachrichten von Amazon-Chef Jeff Bezos veröffentlicht habe. Doch steckt am Ende viel mehr dahinter?

Ein von Bezos engagierter Privatermittler hat nun Saudi-Arabien beschuldigt, das Mobiltelefon des Unternehmers gehackt zu haben, um an dessen persönliche Daten zu gelangen. Die Ermittler seiner Kanzlei und mehrere Experten seien sich sehr sicher, dass die saudiarabischen Behörden Zugriff auf Bezos Handy gehabt hätten und an private Informationen gelangt seien, schrieb der Privatdetektiv Gavin de Becker am Samstag (Ortszeit) auf der Website "The Daily Beast".

Bruder der Geliebten nur eine falsche Spur?

Zwar sei es der Bruder von Bezos´ Geliebter gewesen, der dem Skandalblatt "National Enquirer" die kompromittierenden SMS verkauft habe, schrieb de Becker. Damit hätten die wahren Verantwortlichen aber vermutlich lediglich eine falsche Spur gelegt. Der Ermittler sieht nach eigenen Angaben einen Zusammenhang mit der umfangreichen Berichterstattung der zu Bezos´ Unternehmen gehörenden "Washington Post" über den Mord an dem saudiarabischen Journalisten Jamal Khashoggi im saudiarabischen Konsulat in Istanbul im Oktober vergangenen Jahres.

Washington Post als Feind bin Salmans

Es sei klar, dass der saudiarabische Kronprinz Mohammed bin Salman die "Washington Post" als einen wichtigen Feind ansehe, schrieb der Ermittler. Der US-Senat hatte bin Salman nach einer Anhörung von CIA-Ermittlern für den Mord an Khashoggi verantwortlich gemacht. Der "National Enquirer" hatte im Januar über eine außereheliche Affäre des reichsten Mannes der Welt mit der Nachrichtenmoderatorin Lauren Sánchez berichtet. Kurz zuvor hatten Bezos und seine Frau MacKenzie ihre Trennung nach 25 Jahren Ehe verkündet. Bezos heuerte die Detektivkanzlei Gavin de Becker & Associates an um herauszufinden, wie seine intimen Fotos und SMS in die Hände der Boulevardjournalisten gelangen.

Schlammschlacht in alle Richtungen

Bezos warf dem "National Enquirer"-Herausgeber American Media Inc (AMI) einen Erpressungsversuch vor. Ihm sei die Veröffentlichung seiner Privatfotos angedroht worden, wenn die Ermittlungen nicht eingestellt würden. Bezos beugte sich dem Druck nicht und veröffentlichte stattdessen Emails von AMI an sich.

(be/afp)