EPA-EFE

Handelsblatt: Griechenland will aufrüsten - Paris profitiert davon

5.9.2020 9:00 Uhr

Griechenland will seinen Verteidigungshaushalt aufstocken und Waffenkäufe in Frankreich im Gesamtwert von 10 Mrd Euro tätigen, wie das Handelsblatt meldete. Indes schickt Frankreich sein Marine-Flaggschiff Charles de Gaulle ins Mittelmeer nach Griechenland. Es sind Manöver mit der griechischen Marine und der Luftwaffe des Landes geplant.

Griechenland beschafft sich derzeit Geld. Es wurden zehnjährige Anleihen für zwei Milliarden Euro auf den Kapitalmarkt gepumpt, die eine achtfache Überzeichnung generierten - 16 Milliarden Euro. Doch was hat das mit dem Auftauchen des französischen Marine-Flaggschiffs Charles de Gaulle im Mittelmeer zu tun? Griechenland wird das Geld laut Handelsblatt höchstwahrscheinlich in den Rüstungsetat transferieren. Kampfjets, Kriegsschiffe, Hubschrauber und Raketen für die U-Boote sollen offensichtlich gekauft werden – aus Frankreich.

Griechenland plant Erweiterung vom Rüstungsetat

Frankreich steht in erster Reihe, wenn es um die Rüstungslieferungen nach Griechenland geht. Und Griechenland ist, wie Finanzminister Staikouras mitteilte, flüssig. 36 Milliarden sollen in den Kassen schlummern, die in Rüstungsprogramme abfließen können. Es heißt, dass die griechische Regierung mit Frankreich in Verhandlungen steht. Es geht den Berichten nach um den gestaffelten Kauf von 18 Kampfjets Rafale von Dassault, zwei Belharra-Fregatten, eine ganze Armada an Kampfhubschraubern und Raketen sowie Torpedos für die U-Boote vom Typ 214 aus deutscher Produktion. Circa zehn Milliarden Euro soll dieser Waffendeal wert sein, den Frankreich gerne mitnehmen würde.

Dabei hatte Griechenland eigentlich den Gürtel beim Rüstungsetat enger geschnallt. Von 8,1 Milliarden Euro im Jahr 2009 auf 4,8 Milliarden Euro im Jahr 2019. Das Rüstungsprogramm von zehn Milliarden Euro würde mehr als das Doppelte abbilden und sogar über dem Budget vor der Krise des Landes liegen.

(ce)

0 Kommentare

Bitte geben Sie den Aktivierungscode ein, der an Ihre E-Mail-Adresse gesendet wurde.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.