DHA

Hamsterkäufe in der Türkei aus Angst vor Coronavirus

12.3.2020 17:01 Uhr

In der Türkei eilen die Menschen in Panik in die Läden und kaufen wegen der Angst vor dem Coronavirus die Läden leer. Auch die Preise für Desinfektionsmittel sowie Kolonya sind explodiert. Preissteigerungen von bis zu 4200 Prozent wurden verzeichnet. Der Run auf die Läden startete unmittelbar nach offizieller Bestätigung des ersten Infektionsfalls.

Die Menschen in der Türkei stürmten die Supermärkte aus Angst vor dem Coronavirus und kaufen dort die Regale in Märkten leer, nachdem der erste Coronafall in der Türkei offiziell bestätigt wurde. In den sozialen Medien kursierten Bilder von leeren Regalen und langen Schlangen, die an den Kassen von Supermärkten gebildet wurden. Die Menschen haben auch Schwierigkeiten, das türkische Kölnisch Wasser, dort als Kolonya bekannt, zu kaufen, das 80 Prozent Alkohol enthält und desinfizierend wirken soll. Die Preise für einige Desinfektionsmittel hingegen sind radikal – eher explosionsartig - in die Höhe geschossen.

Coronavirus-Angst: Probleme, die Regale wieder zu füllen

Gesundheitsminister Fahrettin Koca kündigte Anfang März den ersten Fall des neuartigen Coronavirus in der Türkei an und betonte, dass alle Vorsichtsmaßnahmen getroffen wurden. Am nächsten Tag eilten die Leute jedoch in die Supermärkte, weil sie befürchteten, dass sich das Virus ausbreiten könnte. "Ich arbeite schon lange in Supermärkten. Was ich heute gesehen habe, war ganz anders", sagte ein Mitarbeiter. "Einer unserer Stammkunden kam vorbei. Ich weiß, wie viel er normalerweise einkauft. Dieses Mal füllte er den gesamten Wagen", erinnerte sich der Mitarbeiter. Der Kunde kaufte nach Angaben des Supermarktpersonals hauptsächlich Hülsenfrüchte und Nudeln. "Der Kunde behauptete, dass das, was er tat, nur vorsorglich sei", fügten die Mitarbeiter hinzu.

Ein anderer Supermarktangestellter auf der asiatischen Seite Istanbuls gab an, dass sie Probleme haben, die leeren Regale wieder aufzufüllen. "Ich verstehe diese Leute wirklich nicht", sagte er. "In der Türkei kann es unmöglich zu einem Mangel an Nahrungsmitteln kommen. Aber sie kommen immer noch aus Angst und Panik in den Supermarkt", beschrieb man die Situation, die einem Shopping-Ausnahmezustand zu gleichen schien. Kunden, die zuvor ziemlich wählerisch in Bezug auf die Marken waren, ist es jetzt egal, was sie kaufen, stellte der Supermarktmitarbeiter fest.

Online-Käufe nehmen rapide zu

Die Leute kaufen nach Angaben des Personals hauptsächlich Mehl, Nudeln, Toilettenpapier, Papierhandtücher und antibakterielle Seifen. "Sie sind in einer Art Wettbewerb. Wir haben genug Vorräte für alle, sagte ich ihnen, aber sie hörten nicht zu", sagte der Angestellte. Inzwischen sind aus Panik auf die Straßen zu gehen auch die Online-Verkäufe explodiert und haben sich auf das Vier- bis Fünffache gegenüber dem Normallevel erhöht. "Insbesondere die Verkäufe von Hülsenfrüchten und Speiseöl stiegen um das Zehnfache", sagte Öget Kantarci, General Manager des Online-Einzelhandelsunternehmens Gittigidiyor. Die Supermarkt-Ketten Migros und Carrefour SA verzeichneten ebenfalls einen deutlichen Anstieg ihrer Online-Verkäufe.

Preisexplosionen bei Desinfektionsmitteln alarmiert das Ministerium

Die Leute eilen in Panik in die Läden und kaufen wegen der Angst vor Viren groß ein. Großhändler sagen, dass sie die immense Nachfrage an Desinfektionsmitteln sowie Kolonya nicht mehr befriedigen können. "Wir haben innerhalb einer Stunde den normalen Absatz für ein ganzes Jahr verkauft", sagte Murat Yilmaz und fügte hinzu, dass sich die Preise bei Kolonya verdoppelt haben. Bei den Desinfektionsmitteln sind die Preissprünge noch dramatischer. Der Preis für einen Liter an Desinfektionsmittel betrug Ende Februar 42 Lira. 50 Milliliter desselben Produkts werden jedoch jetzt für 90 Lira verkauft, was einer explosionsartigen Preis-Steigerung von 4185 Prozent entspricht.

Das Finanziministerium hat zeitnah auf diese Vorwürfe der Preis-Explosionen im Zuge der Panik vor dem Coronavirus reagiert. "Der Prozess wird von unserem Ministerium genau verfolgt, um nötigenfalls Gerichtsverfahren einzuleiten, wenn unsere Bürger durch unfaire Preiserhöhungen und Bevorratung übervorteilt werden." In der Erklärung hielt das Ministerium ebenso fest, dass es zu Beschwerden über diese völlig überzogenen Preissprünge im Bezug auf Lebensmittel, Hygieneprodukte wie Toilettenpapier sowie Desinfektionsmittel kam. "Unser Ministerium hat ein Spezialistenteam eingesetzt. Unsere Bürger können ihre Beschwerden zu diesem Thema bei uns einreichen." Bereits vor einige Wochen waren neun Unternehmen zu Geldstrafen verurteilt worden, nachdem sie für Schutzmasken Wucherpreise gefordert hatten.

(Hürriyet.de)

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