dpa

Hammerlose drohen in der Champions League

15.12.2019 15:24 Uhr

Die europäische Fußballwelt besteht aus Fünf - den fünf großen Ligen. Im Achtelfinale der Champions League befinden sich keine leichten Gegner mehr. Alle Teams kommen aus den Topligen Europas. Je vier Vereine aus England und Spanien, je drei Klubs aus Italien und Deutschland, plus zwei französische Mannschaften. Premier League, Primera Division, Serie A, Bundesliga und Ligue 1 spielen den Champion bereits ab dem Achtelfinale unter sich aus. Und da drohen den deutschen Mannschaften, dem Bundesliga-Trio, schon im Achtelfinale Hammerlose. Real Madrid, SSC Neapel, Tottenham Hotspur, Atletico Madrid, Atalanta Bergamo oder der FC Chelsea - das sind durch die Bank keine "handverlesenen Gegner" für den FC Bayern München und RB Leipzig. Für Borussia Dortmund kann es als Gruppenzweiten noch dicker kommen.

Selbstbewusstsein bei den Gruppensiegern FC Bayern und RB Leipzig, bloß nicht wieder die Engländer als Wunsch bei Borussia Dortmund: Bei der Auslosung des Champions-League-Achtelfinales drohen den drei verbleibenden deutschen Königsklassen-Startern in Nyon echte Hammerlose. Nicht zuletzt das Beispiel der Bayern, die im Vorjahr den späteren Sieger Liverpool zugelost bekamen, beweist, wie sehr die kleinen Kügelchen schon in der Runde der letzten 16 die Bewertung einer ganzen Fußball-Saison beeinflussen können.

Bayern und Leipzig mit breiter Brust

Doch die internationalen Rekord-Bayern (18 Punkte und 24:5 Tore in der Gruppenphase) sowie die derzeitigen nationalen Seriensieger aus Leipzig strotzen vor Selbstvertrauen. "Wenn wir da in einer normalen Verfassung sind, gehen wir als Favorit ins Spiel", sagte Münchens Joshua Kimmich. Im Lostopf liegen immerhin Real und Atlético Madrid - zwei Rivalen, gegen die Bayern in der jüngeren Vergangenheit wichtige Duelle verloren hat. "Wir müssen schauen, auf wen wir treffen, aber grundsätzlich ist Angst immer ein schlechter Ratgeber", sagte Kapitän Manuel Neuer.

Für RB Leipzig wird die Achtelfinal-Premiere sowieso eher Abenteuer als Pflichtübung. Trainer Julian Nagelsmann beteuerte, er wolle zwar mal im Camp Nou in Barcelona spielen, das müsse aber noch nicht im Achtelfinale sein. Da sowohl die Sachsen als auch die Katalanen Gruppensieger wurden, ist dieses Duell eh nicht möglich. "Ich glaube nicht, dass alle uns als Wunschgegner haben", sagte Sportdirektor Markus Krösche nach dem Gruppensieg. Bei möglichen Duellen mit dem SSC Neapel oder Atalanta Bergamo würde Leipzig sogar als Favorit starten.

Zwei Ex-Trainer drohen dem BVB

Dem Gruppen-Zweiten aus Dortmund drohen dagegen härtere Lose: Ein Wiedersehen mit den Ex-Trainern Thomas Tuchel (Paris) und Jürgen Klopp (Liverpool) wäre nicht nur brisant, sondern sportlich höchst herausfordernd. Sportdirektor Michael Zorc ist froh über das Überwintern in Europa, äußert aber doch einen kleinen Wunsch. "Die Clubs aus dem Norden Englands brauchen wir nicht unbedingt", sagte der Funktionär über Liverpool und Manchester City.

Für die Europa-League-Starter Bayer Leverkusen, Eintracht Frankfurt und VfL Wolfsburg ist vor der Losung (13.00 Uhr) bereits klar, dass alle drei im Sechzehntelfinale mit einem Heimspiel starten. Die Streuung zwischen Hammerlos und No-Name ist naturgemäß noch höher als in der Königsklasse. Während Top-Teams wie Inter Mailand, Manchester United und Rekordsieger FC Sevilla schwierige Prüfungen wären, zählen Malmö oder Linz wohl eher zu den machbaren Widersachern.

(ce/dpa)

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