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Hamilton gewinnt vor Bottas und Vettel

14.4.2019 9:54 Uhr

Lewis Hamilton hat sich im Mercedes beim dritten Rennen der Saison den Sieg vor Kollege Bottas und Sebastian Vettel im Ferrari geholt.

Die Wende verpasst, Mercedes den nächsten Doppelsieg und die souveräne WM-Führung auf dem Silbertablett serviert: Die Durststrecke von Sebastian Vettel hat auch beim 1000. Rennen der Formel-1-Geschichte kein Ende gefunden. Der Ferrari-Pilot blieb beim Großen Preis von China als Dritter zum elften Mal in Folge ohne Sieg - auch weil sein Ferrari-Team durch ein taktisches Waterloo den Silberpfeil-Piloten Lewis Hamilton und Valtteri Bottas die obersten Plätze auf dem Podium nahezu kampflos überließ.

Fehlentscheidungen bei Ferrari?

Der viermalige Weltmeister Vettel, der zuletzt am 26. August 2018 im belgischen Spa ganz oben auf dem Treppchen gestanden hatte, verlor gleich zu Beginn des Rennens entscheidend Zeit im Zweikampf mit seinem neuen Teamkollegen Charles Leclerc (Monaco), der seinerseits nach einem fragwürdig späten Boxenstopp als Fünfter auch noch dem Niederländer Max Verstappen im Red Bull den Vortritt lassen musste. Für den Emmericher Nico Hülkenberg im Renault war das Rennen nach 17 von 56 Runden wegen technischer Probleme beendet.

Mercedes klarer WM-Spitzenreiter

Mercedes dagegen verlässt Shanghai nach einem ungefährdeten Doppelerfolg als klarer WM-Spitzenreiter in beiden Wertungen. Bei den Fahrern übernahm der fünfmalige Champion Hamilton (England) mit seinem 75. Karrieresieg und dem sechsten China-Erfolg mit 68 Punkten erstmals in der Saison die Führung vom Finnen Bottas (62).

Vettel verbesserte sich mit 37 Zählern auf Rang vier, der Rückstand zur Spitze ist aber nach drei WM-Läufen bereits groß - und für die ungeduldigen Tifosi und den ehrgeizigen Vettel zählt nichts anderes als die WM. Verstappen ist Dritter mit 39 Zählern, Leclerc folgt Vettel nun als Fünfter (36).

Während Vettel beim Start seinen dritten Platz an Leclerc verlor, zog Hamilton vor der ersten Kurve an Pole-Setter Bottas vorbei. Vettel war in der Folge deutlich schneller als sein Teamkollege, doch er fand auf der Strecke kein Vorbeikommen. Erst in der zehnten Runde wurde der Monegasse via Boxenfunk aufgefordert, schneller zu fahren - oder Vettel passieren zu lassen. Wenig später machte Leclerc zähneknirschend Platz, doch Hamilton an der Spitze war bereits neun Sekunden voraus und kein realistisches Ziel mehr für den Heppenheimer.

"Ich weiß nicht, was wir hier machen"

Weil auch Vettel wegen einiger Verbremser nicht nennenswert von Leclerc wegkam, reagierte der Newcomer in seinem ersten dritten Rennen für Ferrari ungehalten: "Ich weiß nicht, was wir hier machen, aber ich bin schneller."

Nach 18 Runden holte sich Vettel zum ersten Mal neue Reifen, der 31-Jährige kam direkt vor dem Red Bull von Verstappen auf die Strecke. Der für seine aggressive Fahrweise bekannte Niederländer fackelte nicht lange und setzte schon nach einer Runde zum Überholen an. Vettel verteidigte sich entschlossen gegen Verstappen, der sich am Samstag im Qualifying von Vettel behindert gefühlt und Rache geschworen hatte.

Mercedes konnte derweil in Ruhe seine Reifenwechsel durchziehen und den dritten Doppelsieg des Jahres frühzeitig absichern. Es läuft frühzeitig auf die sechste Saison in Folge hinaus, in der die Silberpfeile nicht zu schlagen sind.

Kein Hype um das 1000. Rennen

Der Rahmen beim 1000. Grand Prix war ernüchternd. Zwar waren die Tribünen am Sonntag gut gefüllt, doch kaum ein Formel-1-Held von einst hatte sich für das große Jubiläum auf den Weg ins Reich der Mitte gemacht. Neben den drei noch aktiven Champions Hamilton, Vettel und Kimi Räikkönen (Finnland/Alfa Romeo) waren nur Alain Prost (Renault-Repräsentant) sowie die TV-Experten Nico Rosberg und Damon Hill vor Ort.

Ein großer roter Teppich mit ein paar Reliquien aus knapp 70 Jahren Formel 1 zierte das Paddock, ansonsten unterschied sich das groß beworbene 1000. Rennen kaum von anderen Grands Prix in Übersee.

(be/afp)

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