epa/Jose Mendez

Haftstrafe im "Alcatraz der Rockies"

21.7.2019 15:59 Uhr

Das "Alcatraz der Rockies" wird seine letzte Station: Der mexikanische Drogenbaron Joaquín "El Chapo" Guzmán hat am Freitag seine lebenslange Haftstrafe in einem Hochsicherheitsgefängnis im US-Bundesstaat Colorado angetreten. Der 62-Jährige sei in der Haftanstalt "ADX Florence" eingetroffen, teilte die US-Gefängnisbehörde mit.

Am Mittwoch hatte ein New Yorker Gericht ihn nach einem Mammutprozess wegen Drogenhandels, Geldwäsche und anderer Vergehen zur lebenslang plus symbolischen weiteren 30 Jahren Haft verurteilt."ADX" steht für "administrative maximum" und damit für die höchste Sicherheitsstufe. In dem zwei Stunden Autofahrt südlich von Denver gelegenen Gefängnis leben rund 400 Häftlinge. Aufgrund seiner isolierten Lage und der rigorosen Sicherheitsvorkehrungen trägt es auch den Beinamen "Alcatraz der Rockies" - in Anspielung auf die berüchtigte Gefängnisinsel vor San Francisco.

"El Chapo" war nächtigster Drogenboss der Welt

Guzmán galt einst als der mächtigste Drogenbaron der Welt. Für Schlagzeilen sorgte der langjährige Chef des berüchtigten Sinaloa-Kartells auch durch zwei spektakuläre Gefängnisausbrüche. Ein halbes Jahr nach seiner letzten Flucht im Juli 2015 wurde er in seinem Heimat-Bundesstaat Sinaloa festgenommen und ein Jahr später an die USA ausgeliefert. Dort kam er in New York in Einzelhaft, 23 Stunden am Tag musste er allein in seiner Einzelzelle zubringen.

Im November begann in New York "El Chapos" Prozess. Im Februar wurde er in sämtlichen Anklagepunkten schuldig gesprochen, darunter wegen Drogenschmuggels in großem Stil, Waffenhandels und Geldwäsche. Als Strafmaß setzte das New Yorker Gericht am Mittwoch eine lebenslange Haft plus symbolische weitere 30 Jahre fest. "El Chapos" Verteidiger kündigten umgehend Berufung an. Das New Yorker Gericht ordnete zudem an, 12,6 Milliarden Dollar (11,2 Milliarden Euro) aus Guzmáns Vermögen zu beschlagnahmen. Die Summe bezieht sich auf die geschätzten Einnahmen, die "El Chapos" Sinaloa-Kartell in den vergangenen Jahrzehnten erzielt hatte.

Der linskgerichtete mexikanische Staatschef Andrés Manuel López Obrador erklärte am Donnerstag, die Summe sei zu hoch angesetzt. In jedem Falle habe aber sein Land Anspruch auf alle beschlagnahmte Gelder aus "El Chapos" Geschäften. Die gegen den Drogenbaron verhängte Haftstrafe kritisierte López Obrador als "hart" und "unmenschlich".

(an/dpa)

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