dpa

Haftbefehl nach FIFA-Sperre gegen Afghanistan-Funktionär

9.6.2019 14:25 Uhr

Der Skandal um sexuellen Missbrauch von Nationalspielerinnen in Afghanistan zieht weitere Kreise. Nachdem die FIFA Verbandschef Keramuddin Karim lebenslang auf nationaler und internationaler Ebene sperrt, gibt es jetzt wohl ein gerichtliches Nachspiel im Land. Wie afghanische Medien berichten, soll gegen den ehemaligen Verbandschef ein Haftbefehl erlassen worden sein. Der Skandal könnte ihn nun ins Gefängnis bringen.

Der afghanische Generalstaatsanwalt hat einen Haftbefehl gegen Keramuddin Karim ausgestellt, wie ein Sprecher dem regionalen Nachrichtensender ToloNews bestätigte. Unklar blieb zunächst der konkrete Grund für den Haftbefehl. Zuvor war Karim vom Weltverband FIFA lebenslang gesperrt worden. Mindestens fünf afghanische Fußballerinnen hatten mehreren Funktionären des nationalen Verbands vorgeworfen, sie über Jahre hinweg sexuell missbraucht zu haben. Zudem verurteilte die rechtsprechende Kammer der FIFA-Ethikkommission Karim zu einer Geldstrafe von einer Million Schweizer Franken, umgerechnet rund 890 000 Euro.

Sperre und Meldungen zum Haftbefehl werden begrüßt

Die Ethikrichter kamen zu dem Schluss, Karim habe seine Position als Verbandschef ausgenutzt. Er darf daher in Zukunft weder auf nationaler noch auf internationaler Ebene im Fußball tätig sein. Bereits im Dezember hatte die afghanische Staatsanwaltschaft wegen der Missbrauchsfälle sechs Mitglieder des nationalen Verbands suspendiert, darunter laut einem Berater des Staatspräsidenten Aschraf Ghani auch Karim.

Khalida Popal, früher Spielführerin und später Koordinatorin der Nationalelf, begrüßte die Maßnahmen der FIFA und forderte Strafen auch gegen die anderen beschuldigten Funktionäre. "Im Fußball ist kein Platz für Missbrauch, wir sollten keine Missbrauchskultur im Fußball zulassen", twitterte Popal.

(ce/dpa)

0 Kommentare

Bitte geben Sie den Aktivierungscode ein, der an Ihre E-Mail-Adresse gesendet wurde.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.