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Haft statt Protestaktion

24.7.2019 21:55 Uhr

Nach eigenen Angaben wurde wenige Tage vor einer geplanten Protestaktion der russische Kremlkritiker Alexei Nawalny verhaftet. Ihm werde vorgeworfen, wiederholt zu unerlaubten Demonstrationen aufgerufen zu haben, sagte seine Anwältin Olga Michailowa am Mittwoch der Agentur Interfax. Details waren zunächst nicht bekannt.

Nawalny selbst gab an, am Morgen auf dem Weg zum Joggen vor seiner Wohnung von Polizisten aufgehalten und zu einer Wache gebracht worden zu sein. "Sport ist also doch ungesund", sagte der 43-Jährige in einem Video, das er in der Polizeistation aufnahm. Ihm drohen seiner Anwältin zufolge bis zu 30 Tage Arrest.

Bis zu 20 000 Demonstranten

Für Samstag planen Oppositionelle in der russischen Hauptstadt eine weitere Demonstration vor dem Rathaus der Millionenmetropole, um die Zulassung unabhängiger Kandidaten bei der anstehenden Regionalwahl einzufordern. Zahlreiche Politiker wie der prominente Kremlkritiker Ilja Jaschin wurden von der Wahl wegen angeblicher Formfehler ausgeschlossen. Seitdem finden täglich Protestaktionen statt, die unter anderem von Nawalnys Team organisiert wurden. Am vergangenen Wochenende gingen bis zu 20.000 Menschen auf die Straße.

Nawalny betonte, die Demonstrationen würden solange weitergehen, bis die Wahlkommission die Oppositionspolitiker auf die Wahllisten nehme.

(an/dpa)

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