Häusliche Gewalt in der Corona-Zeit

14.7.2020 20:00 Uhr

Kommt es in der Corona-Krise und der mit ihr verbundenen Einschränkungen zu mehr häuslicher Gewalt? Einige Experten hatten zu Beginn der Krise davor gewarnt. Eine Umfrage bei den zuständigen Ministerien und Behörden der Länder liefert jedoch keine klare Antwort.

So sind seit dem Beginn der Pandemie in einigen Bundesländern zwar mehr Fälle von häuslicher Gewalt registriert worden, wie eine Umfrage bei den zuständigen Ministerien und Behörden der Länder ergeben hat.

Die ersten Zahlen zeichnen jedoch ein uneinheitliches Bild für die Gesamtsituation:

So ist es nach Einschätzung von Justiz und Rechtsmedizin in Berlin zu einem deutlichen Anstieg an Gewalttaten zu Hause gekommen - die Berliner Gewaltschutzambulanz verzeichnete einen Anstieg von 30 Prozent, im Vergleich zum Juni 2019.

Rückläufige Zahlen im Zusammenhang mit häuslicher Gewalt hingegen registrierten die beiden Bundesländer Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen.

Und auch in Schleswig-Holstein ist es bisher zu keinem Anstieg gekommen. Das dortige Innenministerium wies jedoch darauf hin, dass die Corona-Situation das Anzeigeverhalten stark beeinflusse: So habe es in den vergangenen Monaten weniger Sozialkontrolle durch Schule, Freunde, Verwandte, Ärzte und Betreuer gegeben.

Das uneinheitliche Bild in Deutschland liegt laut offiziellen Stellen auch daran, dass viele Menschen in Zeiten von Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen die Gewalt nicht angezeigt haben, zumindest noch nicht.

(it/dpa)