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Hälfte der Asylanträge 2019 ist für Minderjährige

14.4.2020 17:45 Uhr

Jeder zweite Asylerstantrag wurde im vergangenen Jahr für einen Minderjährigen gestellt. Von insgesamt 142.509 Asylerstanträgen 2019 entfielen 71.421 auf Schutzsuchende unter 18 Jahren. Das geht aus einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage der Linksfraktion hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Die allermeisten von ihnen (rund 66.000) waren jünger als 16 Jahre. Rund jeder fünfte Asylerstantrag wurde für in Deutschland geborene Kinder unter einem Jahr gestellt.

"Mit Kindeswohl unvereinbar"

Der hohe Anteil Minderjähriger müsse Konsequenzen haben, forderte die innenpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Ulla Jelpke. "Die ohnehin abzulehnende zwangsweise Unterbringung in Massenunterkünften ist mit dem Kindeswohl in keiner Weise vereinbar. Kinder brauchen Kontakte, Spielgelegenheiten, Bewegung und Auslauf, aber auch Rückzugsmöglichkeiten, gesundes Essen und gute Bildungsmöglichkeiten", sagte sie. Asylbewerber müssten dezentral untergebracht werden. "Das ist in Zeiten der Corona-Pandemie ohnehin zwingend, aber auch aus Sicht des Kindeswohls dringend erforderlich."

Wenn Kinder mit ihren Eltern nach Deutschland kommen, ihnen folgen oder hier geboren werden, gilt der Antrag je nach Konstellation automatisch oder nach Information an die Behörden als ebenfalls gestellt. Unbegleitete Minderjährige kommen zunächst in die Obhut des Jugendamtes, das dann auch Asyl für sie beantragt. Im vergangenen Jahr kamen 2632 unbegleitete Minderjährige nach Deutschland - sie machen damit 3,7 Prozent aller minderjährigen Asylerstbewerber aus.

(bl/dpa)

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