pixabay.com © kalhh

Haartransplantation Türkei: Methoden, Tipps und Kosten

19.9.2019 10:06 Uhr

Haarausfall ist ein Problem, dem sich viele Männer schon in jungen Jahren stellen müssen. Dichtes Haar wird als Zeichen von Jugendlichkeit, Gesundheit und Vitalität gewertet, lichtes Haar hingegen signalisiert das Gegenteil Eine Haartransplantation in der Türkei wird oft empfohlen – und das hat gute Gründe.

Warum Haartransplantation in der Türkei bevorzugen?

Natürlich gibt es in Deutschland zahlreiche Möglichkeiten, sich Haare transplantieren zu lassen. Zwei schlagende Argumente sprechen allerdings für die Reise an den Bosporus:

  1. Die Preise für die Haartransplantation in der Türkei sind im Vergleich zu Deutschland niedriger. Ab 1.500 Euro inklusive Anreise kostet es. Nach oben sind kaum Grenzen gesetzt.
  2. Die Methoden sind qualitativ hochwertig und stehen im internationalen Vergleich mit Deutschland auf gleicher Stufe.

Istanbul ist das türkische Zentrum für Haartransplantationen und trägt viel zum Wirtschaftswachstum im Gesundheitssektor bei. Hier haben sich die meisten spezialisierten Ärzte niedergelassen. Dabei kommen unterschiedliche Methoden zum Einsatz.

FUE-Perkutan-Methode: geeignet auch bei wenig Eigenhaar

Bei dieser Methode werden Haare samt Wurzel umgepflanzt. Sie werden aus einem stärker behaarten Bereich am Kopf entnommen. FUE steht für Follicular Unite Extraction. Der Eingriff verursacht keine Schmerzen und wird als risikoarm bezeichnet. Eine Hohlnadel legt die Haargruppe frei, die dann mit einer Pinzette entnommen werden. Die Haare werden in einer sterilen Lösung zwischengelagert und später an anderer Stelle eingesetzt. Dabei kommt es darauf an, dass die Wuchsrichtung der Haare berücksichtigt wird, damit sich ein natürliches Endergebnis entwickelt.

Dr. Balwi hat mehr als 10 Jahre Erfahrung mit dieser Methode und unzählige Patienten behandelt. Er ist überzeugt von dem Verfahren. Die Vorteile sind:

  • Es können mehr Follikeleinheiten (=Grafts) täglich verpflanzt werden.
  • Der Heilungsverlauf stellt sich unkompliziert dar.
  • Narbenbildung ist kaum zu erwarten.
  • Die Handhabung nach dem Verheilen ist unkompliziert. Das Haar braucht keine besondere Pflege, auch die Kopfhaut bedarf keiner Sonderbehandlung.

Die FUE-Methode ist minimalinvasiv und deshalb gewebeschonend. Die Gefahr des sogenannten „Shock-Losses“, also des Haarausfalls rund um die Entnahmestelle, sind niedrig. Abgesehen davon lässt sich die Zahl der Transplantate sehr genau festlegen.

Allerdings ist zu bedenken, dass das Verfahren insgesamt länger dauert, da die Haare einzeln entnommen werden. Beschleunigen lässt sich das Verfahren durch den Einsatz eines Haartransplantation-Roboters. Abgesehen davon müssen zur Entnahme die Bereiche kahl rasiert werden, aus denen die Follikel entnommen werden.

FUT-Methode: Follicular Unit Transplantation

Die drei Buchstaben FUT heißen ausgeschrieben Follicular Unit Transplantation. Bei dieser Methode, die auch als Streifenmethode bezeichnet wird, werden von behaarten Regionen komplette Hautstreifen entnommen und in einer sterilen Lösung gekühlt und präpariert. Die Hautstreifen werden in Follikelpakete unterteilt. Die einzelnen Einheiten werden so vorbereitet, dass sie an der gewünschten Stelle eingesetzt werden können. Es ist möglich, bis zu 20 cm lange und 1 cm breite Streifen zu entnehmen und so rasch Ergebnisse zu erzielen. Dabei entstehen Wunden, die entweder vernäht oder geklammert werden. Und hier die Vorteile der FUT-Methode auf einen Blick:

  • rasche Ergebnisse.
  • Kopfhaar muss nicht glattrasiert werden
  • hohe Anwuchsrate

Zu berücksichtigen ist, dass bei der FUT-Methode die Gefahr des Shock-Losses höher ist als bei der FUT-Methode und dass sich durch die Ablösung der Hautstreifen Narbengewebe bilden kann, das Risiko von Entzündungen inbegriffen.

FUT, FUE oder CHOI: Welche Methode ist besser?

Wer zu einer Haartransplantation in die Türkei reist und sich fragt, welche Methode die bessere ist, sollte dem behandelnden Arzt vertrauen. Denn es lässt sich nicht per se sagen, ob FUT oder FUE oder eine ganz andere Technik besser für einen speziellen Fall geeignet ist. Die Meinungen darüber gehen auseinander: Die einen sagen, dass die FUE-Methode die aktuell beste Methode ist. Andere hingegen sagen, dass bei der FUT-Methode deutlich mehr Haare anwachsen und sie deshalb zu bevorzugen ist. Kurzum, es ist und bleibt eine Einzelfallentscheidung. Der Facharzt, der die Haartransplantation in der Türkei durchführt, kann am besten beurteilen, welche Methode die richtige ist.

Neben den zwei erläuterten Methoden gibt es noch weitere. Diese Ratgeberseite zum Thema Haartransplantationen erläutert mehrere Verfahren:

  • CHOI
  • FUE
  • FUT
  • PERKUTAN
  • Roboter
  • SAPHIR

Außerdem stellt sie die Alternativen zur Haartransplantation in der Türkei vor. Dazu gehören Haarpigmentierung, Haarsystem, Minoxidil, Propecia und PRP-Behandlung.

Voraussetzungen für eine Haartransplantation

Um überhaupt mit Aussicht auf Erfolg eine Haartransplantation in der Türkei durchführen zu lassen, müssen einige Voraussetzungen zutreffen.

  • Dort, wo das Haar entnommen wird, müssen die Kopfhaut und das Haar gesund sein. Das Areal darf aktuell oder zukünftig nicht von Haarausfall betroffen sein.
  • Die Art des Haarausfalls sollte anlagebedingt sein. Bei diffusem Haarausfall beispielsweise sind Haartransplantationen keine wirksame Möglichkeit.
  • Grundsätzlich ist es ratsam, dass der Haarausfall abgeschlossen ist. Bei jungen Patienten bis 30 Jahre ist das oft noch nicht der Fall. Allerdings obliegt dem Facharzt die Entscheidung darüber, ob eine Transplantation vor dem 30. Lebensjahr angezeigt ist oder nicht.
  • Eine positive Prognose für den zukünftigen Haarausfall muss gegeben sein. Dazu wird die Hamilton-Norwood-Skala herangezogen. Eine ungünstige Prognose (Typ 6 und 7) bedeutet, dass eine Haartransplantation mit besonderen Schwierigkeiten verbunden ist. Das heißt zum Beispiel, dass die Haare nicht vom Kopf, sondern von anderer Stelle am Körper entnommen werden müssen oder aber gar keine Transplantation möglich ist.
  • Generell sollte der Patient gesund sein und nicht unter einer schweren organischen oder systemischen Erkrankungen leiden. Ist das Immunsystem des Körpers stark geschwächt, sind Haartransplantationen nicht durchführbar.

Ist Istanbul das Ziel der Gesundheitsreise? Dann bietet sich eine Verlängerung an, um die Stadt zu entdecken. Bildquelle: pixabay.com © vedatzorluer

Tipps zur Auswahl einer Klinik zur Haartransplantation in der Türkei

Bei der Auswahl der passenden Klinik für die geplante Haartransplantation in der Türkei sollten Patienten einige Aspekte überprüfen.

  • Empfehlenswert sind Kliniken, deren Ärzte und Pfleger die deutsche Sprache beherrschen.
  • Zudem sollte der behandelnde Arzt nachweisbare Erfolge vorlegen können.
  • Die Qualifikationen spielen bei einer Haartransplantation in der Türkei genauso eine Rolle, wie in Deutschland.
  • Seriöse Kliniken führen zunächst eine Analyse durch und beraten ausführlich über die Möglichkeiten, nennen Risiken und erläutern die vor Nachteile der unterschiedlichen Methoden.
  • Außerdem werden Gründe angeführt, die die ausgewählte Methode letztlich untermauern.

Patienten sollten genau über die Abläufe in der türkischen Klinik Bescheid wissen. Sie sollten erfahren, wie lange der Eingriff dauert, wie der Heilungsprozess voraussichtlich abläuft und wie die Nachsorge bei Problemen in Deutschland geregelt werden kann.

(Hürriyet.de)

0 Kommentare

Bitte geben Sie den Aktivierungscode ein, der an Ihre E-Mail-Adresse gesendet wurde.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.