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Gullit nach Rassismus-Eklat von Marega-Mitspielern enttäuscht

18.2.2020 0:16 Uhr

Der einstige Weltklasse-Angreifer Ruud Gullit hat die Mitspieler von Moussa Marega nach dem neuesten Rassismus-Eklat im portugiesischen Fußball mit deutlichen Worten kritisiert. «Die anderen Spieler hätten ihn beschützen sollen und für ihn eintreten müssen. Diese Entscheidung, den Platz zu verlassen, sollte nicht nur bei dem Spieler liegen», sagte Gullit am Rande der Laureus World Sports Awards am Montag in Berlin: «Darüber bin ich enttäuscht.»

Bei einem Podiumsgespräch forderte Trainer-Legende Fabio Capello zudem ein härteres Durchgreifen der Verbände gegen die Täter. «Man müsste diese Leute ein Leben lang vom Fußball ausschließen, nicht nur zwei oder vier Jahre», sagte der Italiener und ergänzte: «Die Spiele müssen gestoppt werden. Es muss insgesamt mehr getan werden, um das zu stoppen.» Gullit sagte außerdem: «Wenn es Affengeräusche sind, dann ist das einfach viel zu viel. Diese Leute sind keine Fans.»

Trainer-Kollege Arsène Wenger appellierte auch an die Vereine, mehr im Kampf gegen Rassismus zu unternehmen. «Die Clubs sollten mehr für die Bildung ihrer Anhänger tun», sagte der frühere Manager des FC Arsenal aus der englischen Premier League. Auch die Täter müssten schneller gefunden werden: «Wir haben genug moderne Methoden, die Leute ausfindig zu machen und sie von den Spielen auszuschließen.»

Marega vom FC Porto war am Sonntag wenige Minuten nach seinem Siegtor zum 2:1 (60.) bei Vitoria Guimarães wütend vom Spielfeld gegangen, weil Fans ihn beleidigt und nach Medienberichten unter anderem Affengeräusche gemacht hatten. Seine Teamkollegen versuchten, ihn daran zu hindern.

(gi/dpa)

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