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Guaido sucht Kontakt zum US-Militär

11.5.2019 22:58 Uhr

Am Samstagmorgen haben sich Anhänger der Opposition in der venezolanischen Hauptstadt Caracas versammelt, um gegen Präsident Maduro zu protestieren. Während der Kundgebung in der venezolanischen Hauptstadt Caracas teilte Interimspräsident Guaido mit, dass er Kontakt zum US-Militär gesucht habe. Kommt eine Intervention?

Guaido habe seinen Gesandten in Washington angewiesen, Verbindungen zu dem für Lateinamerika zuständigen Südkommando der US-Streitkräfte aufzunehmen. Er suche auch weiterhin das Gespräch mit den venezolanischen Streitkräften.

Guaido hatte immer wieder angedeutet, dass er unter bestimmten Umständen eine militärische Intervention in Venezuela erwägen würde. Laut Verfassung kann das von der Opposition kontrollierte Parlament einen Einsatz ausländischer Truppen in dem südamerikanischen Land billigen. US-Präsident Donald Trump hatte immer wieder betont, gegenüber Venezuela lägen "alle Optionen auf dem Tisch". Konkrete Hinweise auf ein militärisches Eingreifen der USA gibt es allerdings nicht.

USA gesprächsbereit

Der Befehlshaber des US-Südkommandos, Admiral Craig Faller, hatte sich zuletzt gesprächsbereit gezeigt. "Wenn mich Juan Guaido und die legitime Regierung von Venezuela einladen, erörtere ich gerne, wie wir jene Offiziere der venezolanischen Streitkräfte unterstützen können, die die richtige Entscheidung treffen und die verfassungsmäßige Ordnung wieder herstellen", schrieb er auf Twitter. "Wir sind bereit."

Zu den landesweiten Protesten hatte der selbsterklärte Übergangspräsident Juan Guaido aufgerufen. Nach Angaben seiner Mitarbeiter sollte er später zu seinen Anhängern auf dem Sadel-Platz sprechen. Die Demonstrationen gelten als Test für die Mobilisierungskraft der Opposition, zehn Tage nach dem Putschversuch von Teilen der Streitkräfte gegen Maduro. Am vergangenen Wochenende waren die Teilnehmerzahlen bei zwei Kundgebungen der Opposition rückläufig gewesen.

Noch hat Maduro die Unterstützung des Militärs

Guaido hatte am 30. April versucht, die Streitkräfte auf seine Seite zu ziehen und Maduro aus dem Amt zu drängen. Wegen ihrer Unterstützung des gescheiterten Aufstands leitete die venezolanische Führung bisher Strafverfahren gegen zehn Oppositionsabgeordnete ein. Der Machtkampf zwischen Maduro und Guaido dauert seit Monaten an. Guaido wird von rund 50 Staaten, darunter Deutschland und die USA, als Übergangspräsident anerkannt. Maduro kann nach wie vor auf den Rückhalt der Armee zählen und wird unter anderem von Russland unterstützt.

(be/afp)