epa/Miguel Gutierrez

Guaido bittet um Hilfe im Kampf gegen Maduro

23.1.2020 17:09 Uhr

Die internationale Staatengemeinschaft solle die Menschen in seinem Land im Kampf für mehr Demokratie nicht alleine lassen, so der Appell des selbsternannten Interimspräsidenten Venezuelas Juan Guaido. "Wir müssen Druck auf die Diktatur ausüben", sagte er am Donnerstag auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos vor Vertretern aus Politik und Wirtschaft mit Blick auf die sozialistische Regierung von Präsident Nicolás Maduro.

Guaidó räumte zugleich ein, die Opposition habe die Macht der Maduro-Regierung unterschätzt.

Vor genau einem Jahr - am 23. Januar 2019 - hatte sich der 36-jährige Guaidó zum Interimspräsidenten des südamerikanischen Landes erklärt und Maduro nach dessen umstrittener Wiederwahl damit offen herausgefordert. Zwar wird Guaidó von fast 60 Ländern, darunter den USA und Deutschland, als legitimer Übergangsstaatschef anerkannt. Allerdings ist es ihm bislang nicht gelungen, den vom Militär und Ländern wie Russland, China, Iran und Kuba gestützten Maduro aus dem Amt zu drängen.

Willkürliche Morde und Entführungen unter Maduro?

Derzeit reist Guaidó durch Europa, um bei seinen Verbündeten um weitere Unterstützung im Machtkampf mit Maduro zu werben. Seine Rede in Davos erschien Beobachtern allerdings schwächer als jene, die er am Mittwoch in Brüssel gehalten hatte. Dabei rief Guaidó die ihn unterstützenden Länder auf, die Sanktionen gegen die Maduro-Regierung zu verschärfen.

Menschenrechtsgruppen und internationale Organisationen werfen der Regierung Maduro schwere Verbrechen wie willkürliche Morde, Entführungen und Folter vor. Zudem leidet das einst reiche Land mit den größten Erdölreserven der Welt unter einer schweren wirtschaftlichen Krise. Aus Mangel an Devisen können kaum noch Lebensmittel, Medikamente und Dinge des täglichen Bedarfs eingeführt werden. 4,5 Millionen der gut 30 Millionen Venezolaner haben das Land bereits verlassen.

(an/dpa)

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