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Grüne: Kritik an Masern-Impfpflicht

25.3.2019 10:26 Uhr

Während die SPD im Bundestag die Impfung gegen Masern zur Pflicht machen will, wird das von den Grünen kritisch betrachtet. Statt auf Zwang und Sanktionen müsse man das Vertrauen in eine gute Beratung stärken und auf herrschende Verunsicherungen eingehen - denn Impfen sei ein Akt gesellschaftlicher Solidarität.

Die Grünen-Gesundheitsexpertin Kordula Schulz-Asche sagte den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND/Montag): "Dazu brauchen wir eine Aufwertung des Öffentlichen Gesundheitsdienstes und bessere personelle Ausstattung."

Schulz-Asche betonte zugleich, Impfen sei ein Akt gesellschaftlicher Solidarität. "Je mehr Menschen geimpft sind, desto größer ist der Schutz für die Bevölkerung, auch gerade für diejenigen, die aus gesundheitlichen Gründen nicht geimpft werden können."

Immer mehr Krankheitsfälle durch Masern

Der SPD-Fraktionsvize und Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hatte dem RND gesagt, er sei über eine Impfpflicht mit Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) im Gespräch und "zuversichtlich, dass wir demnächst einen entsprechenden Vorschlag vorlegen können". Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums sagte der Deutschen Presse-Agentur, man sei besorgt über die steigende Zahl der Maserninfektionen in Deutschland, die zu viele Menschen "auf die leichte Schulter" nähmen. "Eine Debatte über mögliche Maßnahmen ist nur zu begrüßen", sagte er.

Angesichtes einer Häufung von Krankheitsfällen in mehreren Regionen hatte die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin kürzlich eine Impfpflicht gefordert. Masernerkrankungen seien extrem ansteckend und potenziell tödlich. Infolge einer Masernerkrankung könne es teils erst Jahre später zu einer Gehirnentzündung kommen, für die es keine Behandlung gebe und an der betroffene Patienten ums Leben kämen.

(sis/dpa)

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