Foto: -/BMI/APA/dpa

Großrazzia in Österreich gegen Muslimbruderschaft

10.11.2020 11:38 Uhr

Österreichische Behörden haben am Montag Razzien gegen mutmaßliche religiöse Extremisten durchgeführt. Die Durchsuchungen der Operation "Luxor" richteten sich gegen Personen und Vereine, die die Muslimbruderschaft und die Palästinenserorganisation Hamas unterstützen sollen und stünden nicht im Zusammenhang mit dem Terroranschlag vor einer Woche in Wien, wie die Staatsanwaltschaft Graz mitteilte. Die Ermittlungen gegen mehr als 70 Beschuldigte und mehrere Vereine liefen seit über einem Jahr.

Polizisten durchsuchten am Morgen mehr als 60 Wohnungen, Wohnhäuser und Geschäfts- und Vereinsräume in Wien und den Bundesländern Steiermark, Kärnten und Niederösterreich. 30 Menschen sollten sofort vernommen werden. Ermittelt wird wegen Verdachts der terroristischen Vereinigung, der Terrorismusfinanzierung, der staatsfeindlichen Verbindungen, der kriminellen Organisation und der Geldwäsche.

«Nach den bisherigen Ermittlungen handelt es sich bei der Muslimbruderschaft um eine weltweit agierende, massiv judenfeindliche Vereinigung, deren Hauptziel es ist, in allen Ländern der Erde ein Kalifat auf Grundlage der Scharia einzuführen», erklärte die Staatsanwaltschaft. Die Muslimbruderschaft trete in Europa mit der Behauptung des Gewaltverzichts auf, unterhalte aber Kontakt zu terroristischen Vereinigungen.

Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) wollte sich am Vormittag in einer Pressekonferenz äußern. Die österreichischen Sicherheitsbehörden stehen nach dem Terroranschlag vom vergangenen Montag mit vier Todesopfern und mehr als 20 Verletzten wegen möglicher Ermittlungsfehler im Vorfeld in der Kritik.

(ce/dpa)

0 Kommentare

Bitte geben Sie den Aktivierungscode ein, der an Ihre E-Mail-Adresse gesendet wurde.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.