epa/Islamic State

Großer Streit im Islamischen Staat

6.9.2019 8:34 Uhr

Innerhalb des Islamischen Staates soll es zu offenem Streit zwischen deren Chef Abu Bakr al-Bagdadi und anderen Anführern gegeben haben. Al-Bagdadi habe ihm bei einem persönlichen Treffen erzählt, dass die Konflikte "die Stufe eines Putsches" erreicht hätten, erklärte ein Cousin des IS-Chefs, wie die Zeitung des Hohen Justizrates im Irak in ihrer am Donnerstag erschienen Ausgabe meldete.

Angeführt worden sei der Putsch von "arabischen und ausländischen" Terroristen.

"Wir ertrinken in Menschen, die gegen uns arbeiten"

Der Aussage zufolge hatte sich unter IS-Mitgliedern Ärger aufgestaut, weil Al-Bagdadi lange untergetaucht gewesen sei. Der IS-Chef habe ihm erklärt: "Wir ertrinken in Menschen, die gegen uns arbeiten." Zu dem Treffen kam es demnach in Syrien, wohin Al-Bagdadi nach den Niederlagen des IS im Irak geflohen war. Der IS-Chef habe unter Müdigkeit, Erschöpfung und Verletzungen gelitten, sagte der Cousin.

Die IS-Terrormiliz hatte nach ihrem Vormarsch 2014 zeitweilig ein riesiges Gebiet im Irak und in Syrien unter Kontrolle, das sie mittlerweile vollständig verloren hat. Von Al-Bagdadi fehlt jede Spur. Zuletzt war im vergangenen April ein Video mit ihm aufgetaucht. Es war das erste Mal seit fünf Jahren, dass er sich wieder zeigte.

Mit dem von den USA ausgesetzten Kopfgeld von 25 Millionen Dollar (rund 22 Millionen Euro) ist Al-Bagdadi einer der meist gesuchten Terroristen der Welt. Trotz der militärischen Niederlage des IS sind Zellen der Terrormiliz weiter in Syrien und im Irak aktiv.

(an/dpa)

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