epa/Simela Pantzartzi

Griechenland stimmt Namensänderung Mazedoniens zu

25.1.2019 15:15 Uhr

Mazedonien kann sich jetzt offiziell Nordmazedonien nennen. Das Parlament in Athen stimmte der Namensänderung zu. In der Abstimmung am Freitag votierten 153 Abgeordnete für die zwischen den Regierungen beider Länder ausgehandelte Vereinbarung.

Demnach soll das Nachbarland künftig Republik Nordmazedonien heißen. Die Regierungspartei Syriza von Ministerpräsident Alexis Tsipras verfügt über 145 Abgeordnete, sein bisheriger Koalitionspartner, die rechtspopulistische Anel, hatte das Bündnis wegen des Streits um die Namensänderung aufgekündigt.

Zankapfel seit der Unabhängigkeit Mazedoniens

Eigentlich hatten die Abgeordneten bereits am Donnerstag abstimmen wollen, angesichts der großen Zahl von Abgeordneten, die zu dem emotionalen Thema sprechen wollten, wurde das Votum aber auf Freitag verschoben.

Der Namensstreit belastet die Beziehungen zwischen Griechenland und seinem nördlichen Nachbarn schon seit fast drei Jahrzehnten. Der Konflikt reicht ins Jahr 1991 zurück, als die ehemalige jugoslawische Teilrepublik ihre Unabhängigkeit erklärte und für sich den Namen Mazedonien wählte. Aus Sicht Griechenlands ist der Name Mazedonien jedoch Teil des griechischen Nationalerbes und suggeriert einen Anspruch auf die nordgriechische Provinz Makedonien.

Yugoslav Republic of Macedonia

Athen blockierte mit seiner Haltung die Beitrittsgespräche Skopjes mit der Europäischen Union und der Nato-Militärallianz. Wegen des schwelenden Konflikts wird Mazedonien bei der UNO bis jetzt mit dem sperrigen Namen Ehemalige Jugoslawische Republik Mazedonien (FYROM) geführt.

Im vergangenen Juni hatten sich beide Länder auf den Namen Nordmazedonien geeinigt. Damit die Änderung in Kraft tritt, mussten die Parlamente beider Länder zustimmen. Mazedoniens Parlament hatte der Verfassungsänderung für die Umbenennung am 11. Januar zugestimmt.

Am vergangenen Sonntag hatten zehntausende Menschen vor dem Parlamentsgebäude in Athen gegen die zwischen den beiden Nachbarländern getroffene Vereinbarung demonstriert.

(an/afp/dpa)

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