epa/Yannis Kolesdidis

Griechenland nimmt wieder Asylanträge an

8.4.2020 23:36 Uhr

In Athen hat die Regierung nach internationaler Kritik ihre Entscheidung zurückgenommen, Asylanträge von Migranten, die nach dem 1. März illegal aus der Türkei nach Griechenland gekommen sind, nicht anzunehmen. Wie das Migrationsministerium in Athen am Dienstag mitteilte, können diese Menschen nun doch Asylanträge stellen.

Jeder Fall werde bearbeitet. "Wer keinen Anspruch auf Schutz hat, wird umgehend zurück in sein Herkunftsland geschickt", hieß es in der Erklärung des Ministeriums weiter.

Freiwillige Rückkehrer sollen 2.000 Euro erhalten

Solange die Asylanträge in Bearbeitung seien, müssten die Menschen in Lagern bleiben, teilte das Migrationsministerium weiter mit. Freiwillige Rückkehrer sollen 2.000 Euro erhalten, hieß es.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte Ende Februar erklärt, die Grenze zur EU sei für Flüchtlinge und andere Migranten offen. Daraufhin machten sich Tausende Menschen auf den Weg, um aus der Türkei nach Griechenland und somit in die EU zu gelangen. Griechenland ließ sie jedoch nicht passieren.

Knapp 1900 Menschen, die es schafften, nach Griechenland zu kommen, wurden in zwei Lager bei Malakasa nahe Athen und Sintiki nahe Thessaloniki untergebracht. Athen hatte als Reaktion im März die Bearbeitung aller Asylanträge für einen Monat ausgesetzt. Dies hatten humanitäre und Menschenrechtsorganisationen kritisiert.

(an/dpa)

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