Symbolbild: imago images / Hindustan Times

Griechenland im Rüstungs-Wettkampf mit der Türkei

25.12.2020 18:01 Uhr

Griechenland stockt seine Kriegsmaschinerie derzeit massiv auf und pumpt Milliarden an Euro in den Rüstungsetat. Damit will sich Athen wohl einen Vorsprung vor der Türkei sichern. Mit Ankara liefert man sich derzeit einen Streit um mögliche Energiereserven im östlichen Mittelmeer und möchte dabei auf Abschreckung setzen. Das Militär befindet sich jedenfalls in permanenter Alarmbereitschaft – auch über die Weihnachtstage.

Fast die gesamte Flotte der Griechen befindet sich auch über die Feiertage im Mittelmeer und das in Alarmbereitschaft. SDoch nicht nur die Marine ist wachsam. Auch die Airforce von Athen kann eher nicht an beschauliche Weihnachten denken, sondern patrouilliert über den griechischen Mittelmeerinseln und in der Ägäis. Stets wird dabei nach türkischen Kampfjets gesucht, die möglicherweise in griechisches Hoheitsgebiet eindringen.

Griechenland rüstet auf. Der Haushalt für 2021 sieht einen massiven Posten für den Rüstungsetat vor. 5,4 Milliarden Euro wird Athen in Verteidigungsetat stecken – 2,5 Milliarden davon in die Aufrüstung. Der 5-Jahresplan sieht vor, für mehr als elf Milliarden Euro neue Waffen anzuschaffen. Partner dabei wird Frankreich sein, das schon zu Beginn des Jahres 2021 sechs Rafale-Kampfjets als Order aus Athen erhalten wird – sechs von 18, die geplant sind und bis 2023 geliefert werden sollen. Hinzu kommen die passenden Raketen für die Jets.

Der Türkei fehlen ausgebildete Piloten für Kampfjets

Doch auch die USA werden ihren Teil liefern – und zwar als F-35-Jets. Hinzu kommt die massive Nachrüstung der in Griechenland vorhandenen F-16-Jets. Drohnen und Helikopter und Kampf-Hubschrauber modernster Baureihen kommen ebenso hinzu. Auch die griechische Marine wird nicht stiefmütterlich behandelt, sondern einen Boost erfahren. Hier kommen die Fregatten nicht aus Deutschland, sondern aus Großbritannien, Frankreich, den USA oder den Niederlanden. Geht Deutschland dadurch leer aus? Nein, denn es werden wohl U-Boote aus deutschen Werften geordert.

Doch auch die Türkei ist nicht untätig. Hier liefert Deutschland U-Boote für die Marine, die zwar in der Türkei gebaut werden, aber unter der Ägide von Thyssen-Krupp entstehen. Selbst bauen will die Türkei einen Flugzeugträger – unter tatkräftiger Mithilfe von NATO-Partner Spanien. Dürftiger sieht es bei der Luftwaffe aus, nachdem die USA die Lieferung der F-35-Jets gestoppt hat. Auch die dringend notwendige Modernisierung der F-16er der Türkei hängt am seidenen Faden und könnte gestoppt werden. Noch liegt Ankara zwar bei den Jets vorne, das könnte sich aber in den kommenden Jahren nachhaltig ändern und Griechenland so die quantitative Luft-Majorität gewinnen. Zudem fehlen der Türkei nach dem missglückten Putschversuch Piloten, da primär die Airforce in den Putsch verwickelt gewesen sein soll und man dort rund 700 Piloten entlassen hat. Die fehlen heute und konnten bisher nicht ersetzt werden.

(ce)

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