epa/Dimitris Tosidis

Griechenland beschließt Maßnahmen in Flüchtlingslagern

17.3.2020 18:04 Uhr

Mit ersten Vorsichtsmaßnahmen will die Regierung in Athen den Ausbruch einer Corona-Epidemie in den völlig überfüllten Flüchtlingslagern vorbeugen. In allen Lagern auf den griechischen Inseln und auf dem Festland sind Besuche seit Dienstag für zunächst 14 Tage verboten. Alle Neuankömmlinge werden auf Beschluss der Regierung in Athen gesundheitlich untersucht. Die Anlagen sollen ab sofort täglich desinfiziert werden.

Zudem wird der Unterricht in den Schulen für Migrantenkinder eingestellt, wie die Regierung mitteilte. Dies gilt auch für Sport und Bibliotheken in und um die Lager. Die Migranten wurden aufgerufen, ihre Bewegungen so weit wie möglich einzuschränken. Das Essen soll in Gruppen verteilt werden. Zudem sollen in den Camps Isolierstationen in Betrieb genommen werden.

"Es ist nur eine Frage der Zeit"

Humanitäre Organisationen hatten in den vergangenen Tagen vor einem Ausbruch vor Coronaviruserkrankungen in den heillos überfüllten Camps gewarnt. «Es ist nur eine Frage der Zeit», sagte Dimitris Patestos, Chef der Niederlassung der Organisation Ärzte der Welt auf der Insel Lesbos, der dpa. Der Ausbruch der Epidemie würde unkontrollierbare Folgen mit sich bringen. Auf der Insel Lesbos harren im und um das Lager von Moria derzeit mehr als 19 000 Menschen aus. Eigentlich liegt die Aufnahmekapazität bei knapp 3000.

(an/dpa)

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