epa/Orestis Panagiotou

Griechen demonstrieren gegen volle Migrantenlager

13.2.2020 23:35 Uhr

Am Donnerstag haben Hunderte Inselbewohner vor dem griechischen Innenministerium und Parlament protestiert. Ihre Wut richtet sich dabei gegen den Bau neuer Migranten-Lager auf den Inseln im Osten der Ägäis. «Die Inseln dürfen nicht mehr Lager verlorener Seelen sein», hieß es auf Transparenten.

«Wir werden uns mit allen legalen Mitteln gegen den Bau von neuen Lagern wehren», sagte der Gouverneur der Region Nordägäis, Kostas Moutzouris, der Deutschen Presse-Agentur.

Geschlossene Registrierungs- und Abschiebelager

Die Regierung der bürgerlichen Partei Nea Dimokratia (ND) unter Regierungschef Kyriakos Mitsotakis hat angesichts der überfüllten Lager das Asylverfahren beschleunigt, stellt 1200 neue Grenzpolizisten ein und baut geschlossene Registrier- und Abschiebelager auf den Ägäis-Inseln Lesbos, Chios, Samos, Leros und Kos.

Auch die Bürgermeister der Inseln nahmen an der Demonstration teil. «Wir, die Einwohner der Inseln, haben auch Menschenrechte», sagte Georgios Stantzos, Bürgermeister der Hauptortschaft von Samos, Vathy, der dpa. In und um das Lager von Vathy leben mittlerweile mehr Migranten als Einwohner. Stantzos forderte die Solidarität der anderen EU-Staaten ein. «Allen voran des stärksten Landes, Deutschland», sagte er. Die Regierung in Athen solle dafür sorgen, dass die Migranten, die aus der Türkei täglich übersetzen, nach ihrer Registrierung auf den Inseln zum Festland gebracht werden.

In und um die Registrierlager auf den Inseln der Ostägäis harren mehr als 42 000 Menschen aus. Täglich setzen neue Migranten aus der Türkei über.

(an/dpa)

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