Corona-Schnelltests für zu Hause Ab dem 1. März 2021 soll jeder die Möglichkeit bekommen, sich kostenlos auf Corona testen zu lassen. IMAGO / Medien Service Müller

Gratis-Schnelltests für alle sollen Lockerungen absichern

17.2.2021 7:29 Uhr

Gratis-Schnelltests auf das Coronavirus sollen bald auf breiter Front zu haben sein - und so auch mögliche Lockerungen von Alltagsbeschränkungen absichern.

"Ab 1. März sollen alle Bürger kostenlos von geschultem Personal mit Antigen-Schnelltests getestet werden können", kündigte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) an. Zu bekommen sein könnten sie in Testzentren, Praxen und Apotheken, finanzieren soll das der Bund. Näher rückt nun auch ein breiter Einsatz von Selbsttests für Laien. Das Bundeskabinett verlängerte außerdem strengere Regeln für Einreisende aus Gebieten mit neuen, ansteckenderen Virusvarianten vorerst bis zum 3. März. Spahn erläuterte, Schnelltests seien mittlerweile ausreichend am Markt verfügbar. Der Vorteil: Proben brauchen nicht extra ins Labor zum Auswerten geschickt zu werden. Sie funktionieren ähnlich wie Schwangerschaftstests, wie das Ministerium erklärt: Die Probe kommt auf einen Teststreifen, der mit einer Verfärbung reagiert. Dazu muss man sich aber einen Nasen- oder Rachenabstrich abnehmen lassen, was nicht einfach ist. Diese Antigen-Tests gelten jedoch als nicht so genau wie sonst genutzte PCR-Tests. Laut Robert Koch-Institut (RKI) muss ein positives Ergebnis daher per PCR-Test bestätigt werden.

Jens Spahn in der 210. Sitzung des Deutschen Bundestages im Reichstagsgebäude. IMAGO / Future Image

DIE SCHNELLTESTS: Für flächendeckende Schnelltests sind nun die Voraussetzungen gegeben, wie das Ministerium in einem Entwurf für das Corona-Kabinett deutlich macht. Für den nächsten großen Schritt zum 1. März muss allerdings auch Finanzminister Olaf Scholz (SPD) mit ins Boot. Da die Tests der Pandemiebekämpfung und öffentlichen Gesundheit dienten, seien die Kosten rückwirkend ab 1. Januar aus dem Bundeshaushalt zu tragen, heißt es im Entwurf. Angesetzt werden bis zu 9 Euro pro Test und weitere 9 Euro für die Testabnahme sowie das Ausstellen eines Zeugnisses.

DIE LAIEN-SELBSTTESTS: Immer lauter wurden zuletzt auch Rufe nach frei zu kaufenden Schnelltests, die man selbst und ohne Schulung zu Hause machen kann - wie längst schon in einigen anderen Ländern. Spahn hat klar gemacht, dass die Tests hierzulande erst amtlich gecheckt werden sollen. Dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte liegen mehrere Anträge auf nationale Sonderzulassung vor. Die neuen Laien-Schnelltests würden "schnellstmöglich geprüft und zugelassen", sagte Spahn dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Mittwoch). Sein Ressort steht in Verhandlungen mit Herstellern, um über Rahmenverträge Mindestmengen für den deutschen Markt zu sichern.

"Diese Testmöglichkeiten können zu einem sicheren Alltag beitragen", erwartet Spahn - gerade auch in Schulen und Kitas. " Sobald es genügend Tests gibt, hält auch das Ministerium "einen niedrigschwelligen Zugang" für alle für sinnvoll. Im Gespräch ist "eine geringe Eigenbeteiligung" von einem Euro.

DIE EINREISEREGELN: Zum Schutz vor neuen Virusvarianten verlängerte die Bundesregierung strenge Regeln bei Einreisen nach Deutschland um zwei Wochen. In der vom Kabinett beschlossenen Vorlage heißt es, die "deutlich leichtere Übertragbarkeit" der mutierten Viren sei dabei ebenso zu berücksichtigen wie mögliche, noch nicht sicher belegte "Eigenschaftsänderungen der Mutationen". Die Regelung war zunächst bis diesen Mittwoch befristet. Sie betrifft Länder, in denen sich mutierte Virusvarianten bereits stark verbreitet haben.

Von dort dürfen derzeit fast nur noch Deutsche und Ausländer mit Wohnsitz in Deutschland einreisen. Nach Großbritannien, Brasilien, Portugal und Südafrika kamen auch Tschechien und weite Teile des österreichischen Bundeslandes Tirol hinzu

(dpa)

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