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Grüne kritisieren Palmer

23.4.2019 21:14 Uhr

Die Kritik des Tübinger Oberbürgermeister Boris Plamer an der neuen Werbekampagne der Bahn hat für Empörung in den eigenen Reihen gesorgt. Die Bahn wirbt auf ihrer Internetseite mit Bildern von Reisenden mit unterschiedlichen Hautfarben, unter anderem mit dem dunkelhäutigen TV-Koch Nelson Müller und der türkisch-stämmigen Moderatorin Nazan Eckes.

"Ich finde es nicht nachvollziehbar, nach welchen Kriterien die 'Deutsche Bahn' die Personen auf dieser Eingangsseite ausgewählt hat", schrieb Palmer am Dienstag auf Facebook. "Welche Gesellschaft soll das abbilden?"

Daniel Lede Abal, der Tübinger Landtagsabgeordnete der Grünen, wies Palmers Post als "einfach völlig daneben" zurück. "Das ist das Deutschland, das dem Tübinger OB offenbar fremd geblieben ist", erklärte er. "Wenn er als Oberbürgermeister mit so einer Stadtgesellschaft nicht zurechtkommt, sollte er sich jetzt überlegen, ob er Oberbürgermeister bleiben kann." Der nordrhein-westfälische Grünen-Politiker Ali Bas forderte auf Twitter: "Es wird Zeit den Hut zu nehmen, Herr #Palmer!"

Werbung zeige gesellschaftliche Realität

Dabei kritisiert nicht jeder Politiker der Grünen Boris Palmer offen. Vielen reicht es, die Kampagne zu loben. "Die Bahn ist für alle da, und dass sie mit Vielfalt wirbt, begrüße ich", sagte der Bundesgeschäftsführer der Partei, Michael Kellner, der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag. "Es zeigt die gesellschaftliche Realität."

Viele Grüne reagierten genervt auf den Oberbürgermeister der schwäbischen Universitätsstadt, der immer wieder auf Facebook seine Parteifreunde provoziert. Kellner sagte: "Wir streiten lieber für pünktliche Züge und billigere Bahn-Tickets. Wer in den Zug steigt, ist uns herzlich egal."

(an/dpa)