afp

Gräfe verortet Qualitätsproblem bei im Schiedsrichtern

27.7.2019 12:47 Uhr

Der Schiedsrichterberuf ist kein leichtes Brot. Immer wieder werden die Unparteiischen "angeschossen", wenn sie Fehler machen. Bei einer Vielzahl an Kameras bleibt nichts mehr verborgen. Kam bisher die Kritik aber eher aus dem Lager der Vereine, so ist es aktuell einer "aus den eigenen Reihen", der Qualitätsprobleme sieht: Manuel Gräfe sorgt sich um seine Zunft.

Bundesliga-Referee Manuel Gräfe macht sich Sorgen um das Schiedsrichterwesen in Deutschland. "Wir haben in den letzten Jahren ein Qualitätsproblem bekommen aufgrund von Defiziten im Bereich Führung, im Bereich Professionalisierung, im Bereich Entwicklung", sagte der Berliner am Freitag bei der 11FREUNDE Meisterfeier in Köln. Direkte Folge sei die zuletzt lauter werdende Kritik an den Unparteiischen: "Wenn die Leistung in Gänze in den Keller rauscht und dann die Medien auf so etwas warten, dann kommt eines zum anderen."

Gräfe vermisst nicht zuletzt in den Verbänden den Willen zu einem schnellen Handeln. "Ich glaube, dass wir in manchen Bereichen nicht professionell und nicht leistungsorientiert genug sind. Da müsste viel mehr passieren, mir persönlich geht das zu langsam. Ich habe hinter den Kulissen beim DFB versucht, viel zu bewirken. Aber das ist ein Verband, und da geht manches etwas schwieriger", sagte Gräfe.

Teams wollen mit den Referees zusammenarbeiten

Der geplanten Einführung von Gelbsperren für Trainer blickt Gräfe entspannt entgegen. "Ich kann nur beruhigen. Es wird sich nichts groß ändern, außer dass Signalfarben gezeigt werden. Es wird nicht so hysterisch", sagte er: "Wir haben jetzt bestimmt, wofür es Gelb oder Rot gibt. Jetzt ist es kategorisiert, das ist ja auch ein Vorteil." Viele Bundesliga-Trainer stehen der geplanten Neuerung dagegen weiter kritisch gegenüber. "Ich bin froh, dass das verschoben worden ist. Das hätte unsere Arbeit stark beeinflusst, wenn wir nach drei Gelben Karten die Mannschaft nicht mehr betreuen könnten", sagte Friedhelm Funkel von Fortuna Düsseldorf: "Natürlich gab es immer mal Unstimmigkeiten. Aber dann kam der Schiedsrichter und hat gesagt, dass man ruhig sein soll", sagte Funkel.

Eintracht Frankfurts Sportvorstand Fredi Bobic bleibt derweil ähnlich wie Gräfe entspannt. "Alle sind dazu gefragt worden, auch wir Manager. Ich glaube nicht, dass sofort Gelbe Karten gezeigt werden, wenn man von der Bank aufspringt. Die Schiedsrichter sind schon angehalten, Fingerspitzengefühl zu zeigen. Aber man muss aufpassen, dass man es nicht übertreibt", sagte Bobic.

(ce/afp)

0 Kommentare

Bitte geben Sie den Aktivierungscode ein, der an Ihre E-Mail-Adresse gesendet wurde.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.