Hürriyet

Graffiti statt Pflanzen: Istanbuler Stadtverwaltung sorgt für Umweltdebatte

14.10.2020 21:14 Uhr

Die Stadtverwaltung von Istanbul hat aus "finanziellen Gründen" die Pflanzen und kleinen Gärten an den Stadtmauern entfernt und die Wände stattdessen mit Graffiti-Gemälden versehen. Das Projekt mit dem Namen "Talking Walls" löste prompt eine Umweltdebatte in der Bosporusmetropole aus.

"Die Stadtverwaltung präsentiert den Einwohnern von Istanbul diese bemalten hässlichen Wände anstelle von Pflanzen", schrieb der stellvertretende türkische Umweltminister Mehmet Emin Birpınar bei Twitter. Der Bürgermeister des Istanbuler Bezirks Üsküdar, Hilmi Türkmen, pflichtete ihm bei. "Die Blumen und Pflanzen, die entfernt wurden, waren nicht nur ein naturfreundlicher Teil der Stadt, sie wurden auch gegen Autoabgase und Verkehrslärm wissenschaftlich eingesetzt“, erklärte sie ebenfalls beim Kurznachrichtendienst und fügte an: "Die Stadtverwaltung entfernt das Grün und hinterlässt nur noch Chemie. Es ist sehr schade."

"Wir retten die Stadt vor hohen Kosten"

Die Stadtverwaltung verteidigte die "Talking Walls" in einer schriftlichen Erklärung. Begriffe wie Natur, Einheit, Frieden, Heim, Nachbarschaft, Jugend, Respekt und Gemeinschaft würden mit den Farben der Natur zum Leben erweckt, heißt es dort. Zudem sagte der Sprecher der Stadtverwaltung Murat Ongun: "Mit den Graffitis werden die Mauern von Istanbul bunt. Wir retten die Stadt vor hohen Kosten und verwandeln die Mauern in Kunstgemälde.“ Vor allem die ständige Erneuerung sowie Unterhaltung der Pflanzen seien ein großes finanzielles Problem gewesen, so Ongun.

(bl)

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