dpa

Grab Friedrichs III. erkundet

8.11.2019 21:22 Uhr

Das Grab des Kaiser Friedrich III. ist mit einer Kamera untersucht worden und die Forscher fanden sensationelle Grabbeigaben. Im Grab des Habsburgers, das sich in Wiener Stephansdom befindet, befanden sich neben den sterblichen Überresten des Herrers des Heiligen Römische Reiches (HRR) auch die älteste erhaltene "Mitrenkrone", der Reichsapfel, das Zepter, Münzen des Kaisers, ein Kruzifix nebst Jesusfigur und Textilien.

Wissenschaftlern ist es gelungen, mit kleinen Kameras das Innere des letzten unangetasteten Kaisergrabs Europas zu erforschen. Die beteiligten Experten bezeichneten den Fund bei der Präsentation der Ergebnisse am Freitag in Wien als "Sensation". Den Blick in das prunkvolle Grab riskierten die Wissenschaftler bereits 2013, die Bilder und Proben mussten allerdings aufwendig analysiert werden. Die Forscher nutzten für ihre Arbeit ein kleines Loch, dass 1969 in das Grab gebohrt worden war. Damals wollte man Gerüchte entkräften, dass das Grab leer sei. Bei den Recherchen 500 Jahre nach der endgültigen Bestattung des Kaisers (1513) fanden die Wissenschaftler Hinweise auf dieses Loch - und nutzen es fortan als Eingang für Beleuchtungen und kleinste Kameras.

Kaiser mit der längsten Herrscherzeit im HRR

Neben den Insignien fanden die Forscher so eigens geprägte Münzen, ein großes Kruzifix mit einer Jesus-Statuette und verschiedene Textilien im Grab. Die vermutlich großteils aus vergoldetem Silber gearbeitete Krone entpuppte sich als frühestes erhaltenes Exemplar vom Typus "Mitrenkrone", der für das Haus Habsburg in den folgenden Jahrhunderten charakteristisch werden sollte.

Friedrich III. war mit einer Regierungszeit von 53 Jahren das am längsten herrschende Oberhaupt des Heiligen Römischen Reiches. Zudem war er der einzige Habsburger, der in mittelalterlicher Tradition durch den Papst in Rom 1452 zum Kaiser gekrönt wurde. Das Grabmal des Kaisers im Wiener Stephansdom gilt als ein Hauptwerk der Spätgotik. Eine komplette Öffnung des Grabes sei halbwegs zerstörungsfrei nicht möglich, so die Forscher.

(ce/dpa)

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