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Globalisierungsgegner besprühen Total-Fassade

12.10.2019 16:08 Uhr

Dutzende Aktivisten der globalisierungskritischen Organisation Attac haben den Pariser Unternehmenssitz des Ölkonzerns Total mit schwarzer Farbe besprüht. Wie ein AFP-Reporter berichtete, führten am Samstag in weiße Schutzanzüge gekleidete Aktivisten eine globalisierungskritische Protestaktion im Pariser Geschäftsbezirk durch. Derweil blockierten hunderte Klimaaktivisten des Protstbündnisses Extinction Rebellion die Zufahrt zum Parlament in der Innenstadt. Die Polizei löste die Sitzblockaden auf.

Die Attac-Aktivisten befestigten an der Total-Fassade unter anderem Protestbanner mit der Aufschrift "Total verpestet". Nach der rund 20-minütigen Protestaktion nahm die Polizei nach Angaben eines Attac-Sprechers sechs Menschen wegen des Vorwurfs der Sachbeschädigung vorläufig in Polizeigewahrsam. Die schwarze Farbe an der Fassade veranschauliche, dass das Unternehmen Total seine "sozialen, steuerlichen und ökologischen Missetaten" hinter seiner "Straffreiheit" verstecke, teilte Attac mit und verurteilte eine "überproportionale Macht" multinationaler Konzerne.

Der Protest fand im Rahmen eines Aktionstages der Organisation mit Blick auf eine UN-Verhandlungsrunde über einen Vertragsentwurf über multinationale Unternehmen und Menschenrechte am Montag in Genf statt. Auch in anderen französischen Städten gab es Proteste. In Marseille blockierten Aktivisten eine Tankstelle des Total-Konzerns, im nordfranzösischen Lille protestierten dutzende Menschen vor Banken sowie Geschäftsstellen der Konzerne Amazon und Apple.

Extinction Rebellion blockiert Zufahrtsstraßen

Zahlreiche Klimaaktivisten von Extinction Rebellion blockierten zudem am Samstag die Zufahrt zur Nationalversammlung in der Pariser Innenstadt und versperrten Straßen rund um das Gebäude nahe der Seine. Hunderte Menschen versammelten sich zu der Protestaktion, führten Sitzblockaden durch und setzten Heuhaufen vor das Gebäude. Mit Slogans wie "Gebt uns die Regenwürmer zurück" und "Unser Haus brennt" forderten sie Maßnahmen gegen die Klimakrise.

Gegen Mittag griffen Einsatzkräfte ein, trugen teils einen Demonstranten nach dem anderen von der Straße und lösten die Sitzblockaden auf. Am Samstagnachmittag floss der Verkehr rund um das Gebäude wieder. Einige Demonstranten setzten ihren Protest auf dem Concorde-Platz fort.

Seit Montag gehen die Klima-Aktivisten des Bündnisses Extinction Rebellion weltweit auf die Straßen, die Proteste sollen rund zwei Wochen dauern und insgesamt etwa 60 Städte betreffen. In Amsterdam nahm die Polizei am Samstag rund 130 Aktivisten des Bündnisses fest, die eine Brücke in der niederländischen Hauptstadt seit den Morgenstunden blockiert hatten.

(ce/afp)

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