dpa

Glasscherben entscheidend im Verfahren

1.8.2019 16:16 Uhr

Am zweiten Tag des Gerichtsverfahrens gegen den US-amerikanischen Rapper Asap Rocky und zwei Mitangeklagte ist das mutmaßliche Opfer zu Wort gekommen.

Den drei Amerikanern wird vorgeworfen, den 19-Jährigen in Stockholm brutal zusammengeschlagen zu haben. Die Angeklagten sprechen von Notwehr. Entscheidend in dem Verfahren vor dem Stockholmer Bezirksgericht ist, ob bei der Schlägerei Glasscherben oder Flaschen als Waffen eingesetzt wurden.

19-Jähriger sei von mindestens zwei Männern mit Flaschen oder Glasscherben geschlagen

Im Verhör mit den Verteidigern sagte der 19-jährige Mann laut eines Live-Blogs des Schwedischen Fernsehens SVT, er sei ohne Grund von einem der Leibwächter des Rappers geschubst worden. Er habe sich gekränkt gefühlt und sei den Männern deshalb weiter gefolgt. Als er später am Boden lag, sei er von mindestens zwei der Männer mit Flaschen oder Glasscherben geschlagen worden, sagte der junge Mann.

Auf Videos, die die Auseinandersetzung zeigen, ist nicht eindeutig zu sehen, ob die Angeklagten Flaschen in den Händen hielten. Der 19-Jährige war einem Bericht der Zeitung "Expressen" zufolge 2015 als Flüchtling aus Afghanistan nach Schweden gekommen.

"Harlem came out he grabbed a empty bottle on the street and smashed it. On the person"

Eine zentrale Rolle spielt zudem eine SMS, die von einer Person in Begleitung der drei Amerikaner kurz nach dem Zwischenfall verschickt wurde. Darin hieß es: "Harlem came out he grabbed a empty bottle on the street and smashed it. On the person" (Harlem trat hervor, nahm eine leere Flasche von der Straße und zerschmetterte sie. Auf der Person).

Die Anklage ist der Meinung, dass Harlem ein Spitzname für Asap Rocky ist, der im New Yorker Stadtteil Harlem aufgewachsen ist. Am Nachmittag sollten Asap Rocky, mit bürgerlichem Namen Rakim Mayers, und die anderen beiden Angeklagten verhört werden. Die Vernehmung der Zeugen wurde aus Zeitgründen auf Freitag verschoben.

Das Weiße Haus hat zur Beobachtung des Prozesses einen hochrangigen Diplomaten geschickt, der als Experte für Geiselnahmen gilt. US-Präsident Donald Trump hatte sich im Vorfeld für die Freilassung des Rappers eingesetzt.

(gi/dpa)

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