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Gladbach stürzt Bayern in Minikrise

7.12.2019 17:50 Uhr

Tor nicht gegeben, weil der Ball hauchdünn nicht in vollem Umfang die Torlinie überschritten hatte und dann das Last-Minute-Tor per Elfmeter - das Glück ist dem FC Bayern München nicht mehr wirklich gewogen. Die knappe 1:2-Niederlage bei Borussia Mönchengladbach stürzt den deutschen Rekordmeister wieder in eine Minikrise, denn der Abstand auf die führenden Fohlen beträgt nun schon sieben Punkte. Damit verabschiedet sich der Vorjahresmeister vorerst aus dem Meisterkampf und wenn Bayer 04 Leverkusen im Abendspiel am Samstag gegen den FC Schalke 04 gewinnen sollte, ist der große FC Bayern nicht einmal mehr auf den Plätzen für die Europa League vertreten - der Super-GAU für den Rekordmeister.

Dank eines Elfmeters in der Nachspielzeit marschiert Borussia Mönchengladbach in der Fußball-Bundesliga weiter eindrucksvoll Richtung Herbstmeisterschaft und hat Titelverteidiger Bayern München vorerst abgeschüttelt. Der fünfmalige deutsche Meister besiegte den Rekordchampion im Topspiel des des 14. Spieltages der Fußball-Bundesliga mit 2:1 (0:0) und liegt nun sieben Punkte vor den Münchnern. Ramy Bensebaini verwandelte den Strafstoß (90.+2), nachdem er bereits den Ausgleich erzielt hatte (60.).

Gladbach mit großer Moral nach dem Rückstand

Ivan Perisic hatte Bayern in Führung gebracht (49.). Für die Fohlen war es der sechste Liga-Heimsieg in Serie. Javi Martinez sah nach dem Foul an Marcus Thuram, das zum Elfmeter führte, die Gelb-Rote Karte (90.). Die Trainer Marco Rose und Hansi Flick sorgten mit ihrer Aufstellung für eine Überraschung. Rose verzichtete zunächst auf die zuletzt formstarken Patrick Herrmann und Breel Embolo, bei den Gästen saßen Serge Gnabry und Benjamin Pavard nur auf der Bank.

Die Bayern kamen mit den Umstellungen vor 54.022 Zuschauern im ausverkauften Borussia-Park deutlich besser klar und übernahmen erwartungsgemäß sofort die Spielkontrolle. Die Münchner kombinierten flüssig, die Gastgeber liefen meist nur hinterher. Doch wie schon zuletzt bei der Heimniederlage gegen Bayer Leverkusen (1:2) nutzten die Bayern ihre Chancen nicht. Thomas Müller grätschte an einem verunglückten Schuss von Corentin Tolisso vorbei (8.), dann verfehlte Robert Lewandowski das Gladbacher Tor zweimal knapp (14./16.).

Yann Sommer mit überragenden Paraden

Dann kam der große Auftritt von Torhüter Yann Sommer. Zunächst parierte er gegen Müller glänzend (26.), dann ließ er einen Schuss von Joshua Kimmich durch die Beine rutschen, bekam den Ball aber noch gerade so zu fassen. Der für den verletzten Tolisso eingewechselte Perisic (36.) und Leon Goretzka (43.) verpassten ebenfalls die zu diesem Zeitpunkt eigentlich überfällige Führung. Und Gladbach? Die Fohlen agierten im Spielaufbau zu unpräzise und kamen erst in der 41. Minute durch Alassane Plea zu ihrem ersten Torschuss. Ohne Herrmann und Embolo fehlte es im ersten Durchgang an Tempo.

Nach dem Wechsel zeigten sich die Gäste effektiver und nutzten ihre erste Gelegenheit. Beim Drehschuss von Perisic sah Sommer aber ganz schlecht aus. Nach dem Rückstand wurden die Fohlen offensiver, Rose setzte mit der Einwechslung von Embolo für Laszlo Benes zudem ein deutliches Zeichen. Der Mut wurde schnell belohnt. Bensebaini traf per Kopf nach einer Ecke von Jonas Hofmann zum Ausgleich, erstmals stimmte die Zuordnung in der Bayern-Defensive nicht. Der Gegentreffer zeigte Wirkung. Nun verloren die Bayern den Ball zu schnell, Gladbach kam deutlich besser in die Zweikämpfe und zu einigen Umschaltmomenten.

(ce/afp)

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