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Giftige Monokelkobra bleibt verschwunden

28.8.2019 21:34 Uhr

Mehr als drei Tage ist es her, dass eine giftige Kobra in einem Herner Miethaus gesichtet wurde. Seitdem entwischt das Tier schlängelnd dem Zugriff von Spezialisten und Feuerwehr.

In der nordrhein-westfälischen Politik wird derweil angesichts des Vorfalls die Forderung nach Auflagen für die Haltung giftiger Tiere wie Schlangen und Skorpione lauter.

Rund 30 Anwohner in insgesamt vier miteinander verbundenen Häusern in der Ruhrgebietsstadt Herne können seit Sonntag nicht in ihre Wohnungen - trotz des Einsatzes von Spezialisten und Schützenhilfe der Feuerwehr Düsseldorf. Denn die Schlange - eine mindestens 1,40 Meter lange Monokelkobra - blieb verschwunden, wie die Stadt Herne am Mittwoch mitteilte.

Haltung gefährlicher Tierarten verbieten?

"Ich persönlich bin gegen die Haltung sehr gefährlicher Tierarten in Wohnungen oder Häusern", hatte NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) bereits am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur gesagt. Forderungen nach einem entsprechenden Gesetz kommen auch von SPD und Grünen.

Bisher gelten für die Haltung wildlebender Tiere in Privathaushalten in Nordrhein-Westfalen kaum Vorgaben, solange Artenschutz-Regeln erfüllt werden. SPD und Grüne hatten bereits 2014 - damals als Regierungsfraktionen - ein Gefahrtiergesetz angestrebt. Der Vorstoß war aber vor allem am Widerstand der Kommunen gescheitert. Sie hielten unter anderem die behördlichen Überwachungsaufgaben für nicht leistbar.

Unterschiedliche rechtliche Einschränkungen für Gefahrtiere gibt es dagegen bereits in mehreren anderen Bundesländern - etwa in Bayern, Berlin, Bremen, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein und Thüringen.

Wahrscheinlich noch in der Umgebung

Die Giftschlange von Herne war am Sonntag im Treppenhaus eines der vier miteinander verbundenen Häuser von einer Bewohnerin entdeckt worden. Die Stadt vermutet, dass die Kobra aus der Wohnung eines Mieters stammt, in der dieser rund 20 Giftschlangen hielt. Die Stadt hält es für wahrscheinlich, dass sich das gefährliche Tier noch in einem der Häuser befindet.

Bei der Schlangensuche machten sich am Mittwoch zwei Reptilien-Experten der Feuerwehr Düsseldorf vor Ort ein Bild von der Lage. Die Stadt will außerdem eine Spezialfirma hinzuziehen, die Erfahrung mit vermissten Reptilien hat. Die Bevölkerung wurde zu besonderer Aufmerksamkeit und Vorsicht aufgerufen. Man solle möglichst auf befestigten Wegen bleiben und es vermeiden, durch hohes Gras zu gehen.

Hohe Kosten erwartet

Die Stadt Herne geht davon aus, dass die tagelange Suche nach der Giftschlange in einem Mietshaus hohe Kosten verursachen wird. "Am Ende des Tages wird es eine erhebliche Rechnung geben", sagte Oberbürgermeister Frank Dudda (SPD) am Mittwoch. Über die Höhe der bisherigen Kosten habe man aber noch keine Übersicht. Die operativen Maßnahmen, die Schlange zu finden, stünden im Vordergrund.

"Wenn wir die Schlange haben, werden wir alles versuchen, die Schlange zuzuordnen. Wir werden natürlich gerne den Halter der Schlange in Haftung nehmen", sagte Ordnungsdezernent Johannes Chudziak. Ihm zufolge behauptet ein Mieter, der in seiner Wohnung 20 Giftschlangen gehalten hat, weiterhin, dass die gesichtete Schlange nicht aus seinem Bestand sei.

(be/dpa)

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