dpa

Gibraltar: US-Gericht beschließt Beschlagnahmung von Supertanker

17.8.2019 9:32 Uhr

Eigentlich sollte der Öltanker vor Gibraltar freikommen, doch dem scheint ein US-Gericht einen Strich durch die Rechnung zu machen. Das hat die Beschlagnahmung des Tankers verfügt.

Das US-Justizministerium begründete das in einer Mitteilung mit mutmaßlichen Verstößen gegen US-Sanktionen, gegen Geldwäschegesetze und gegen Terrorismusstatuten. Unklar blieb zunächst, was für Auswirkungen das auf die "Grace 1" hat. Das oberste Gericht des britischen Überseegebiets Gibraltar an der Südküste Spaniens hatte am Donnerstag bestätigt, den Supertanker freizugeben.

Illegale Öllieferungen an Syrien?

Nach Angaben des Internet-Ortungsdiensts "Marine Traffic" ankerte die "Grace 1" in der Nacht zu Samstag weiterhin vor der Küste Gibraltars. Die Behörden in Gibraltar und die britische Royal Navy hatten den unter der Flagge Panamas fahrenden Tanker Anfang Juli vor Gibraltar wegen des Verdachts auf illegale Öllieferungen an Syrien festgesetzt. Das britische Außenministerium betonte, der Iran müsse sich nun an seine Zusicherung halten, die Ladung nicht nach Syrien zu bringen - dies wäre ansonsten ein Verstoß gegen EU-Sanktionen.

Schiff Teil eines Plans?

Das Gericht in Washington verfügte am Freitag zugleich die Beschlagnahmung des Öls an Bord der "Grace 1" und von knapp einer Million Dollar Bankvermögen einer Briefkastenfirma, die Verbindungen zu dem Schiff haben soll. Die Staatsanwaltschaft führte aus, das Schiff sei Teil eines Plans der iranischen Revolutionsgarden zur Unterstützung illegaler Lieferungen des Irans an Syrien.

Die Regierung von US-Präsident Donald Trump hatte die Revolutionsgarden im April als ausländische Terrororganisation eingestuft. Die USA haben außerdem harte Sanktionen gegen den Iran verhängt, die vor allem auf den Ölsektor des Landes abzielen, die wichtigste Einnahmequelle.

(be/dpa)

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