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Ghosn: Pompöse Hochzeit auf Schloss Versailles wirft Fragen auf

7.2.2019 12:16 Uhr

Der Autohersteller Renault übergibt Unterlagen an die französische Justiz, da die pompöse Hochzeit Carlos Ghosns auf Schloss Versailles bei Paris Fragen aufwirft. Es gibt Hinweise, dass dieser persönlich von Kultursponsoring profitierte.

Die Hinweise zeigen, dass Ghosn persönlich von Kultursponsoring in Höhe von 50.000 Euro profitierte, das Renault an die Betreibergesellschaft von Schloss Versailles zahlte.

Renault hatte im Juni 2016 einen Sponsorenvertrag mit Schloss Versailles abgeschlossen. Vier Monate später feierte Ghosn im Lustschloss Grand Trianon im Park von Versailles mit großem Pomp im Stil der früheren Königin Marie Antoinette die Hochzeit mit seiner zweiten Frau. Dies nährt laut der Zeitung "Le Figaro" den Verdacht, dass der Automanager den Empfang als persönliche Gegenleistung für den Sponsorenvertrag erhielt.

Skandal um Carlos Ghosn

"Zusätzliche Überprüfungen" zu dem Fall seien nötig, erklärte Renault. Ghosn war bei dem Autobauer vor zwei Wochen als Konzernchef zurückgetreten. Renault berief daraufhin ein neues Führungstandem. Bisher hatte der französische Hersteller nach eigenen Angaben keine Hinweise auf ein Fehlverhalten Ghosns.

Der Manager war am 19. November in Japan festgenommen worden. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 64-Jährigen vor, er habe jahrelang ein zu niedriges Einkommen bei dem Autohersteller Nissan deklariert, der mit Renault eine Allianz unterhält. Der frühere Manager soll auch persönliche Verluste auf Nissan übertragen haben. Ghosn bestreitet die Vorwürfe.

(gi/afp)