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Gewinneinbruch bei Fiat Chrysler

3.5.2019 17:50 Uhr

Zu Jahresbeginn ist der Gewinn bei Fiat Chrysler eingebrochen. Grund ist der schwächelnde Absatz des Autokonzerns. Der bereinigte Betriebsgewinn (Ebit) fiel im ersten Quartal um fast ein Drittel auf knapp 1,1 Milliarden Euro und lag damit unter den Markterwartungen, wie der italienisch-amerikanische Autobauer am Freitag mitteilte.

Die Auslieferungen schrumpften um 14 Prozent auf etwas mehr als eine Million Fahrzeuge. Als Grund nannte Vorstandschef Mike Manley Umstellungen beim wichtigen Modell Jeep Wrangler und die geplante Neuausrichtung der Handelsstrategie in Europa.

Den Ausblick für das laufende Jahr bestätigte das Unternehmen dennoch. Das gab den Aktien des Autokonzerns Auftrieb. Das Papier legte in Mailand zeitweise mehr als zwei Prozent zu, obwohl das Unternehmen mit seinem Quartalsergebnis die Erwartungen verfehlte. "Die Zahlen sind nicht gut, aber die Guidance unterstützt wahrscheinlich den Aktienkurs", sagte ein Analyst. "Der Kernpunkt ist die Prognose für dieses Jahr, die ist beruhigend", fügte ein Aktienhändler hinzu.

Hauptsächlich Verkäufe in den USA

Der Konzern hatte erst im April angekündigt, trotz eines schwachen Jahresauftakts den Rekordgewinn des vergangenen Jahres übertreffen zu wollen. Im zweiten Halbjahr werde eine deutliche Verbesserung erwartet, hatte Aufsichtsratschef John Elkann vor den Aktionären erklärt. Fiat Chrysler will einen bereinigten operativen Gewinn von mehr als 6,7 Milliarden Euro einfahren.

Analysten haben sich wiederholt besorgt geäußert, weil Fiat Chrysler fast den gesamten Gewinn in den USA einfährt, wo der Konzern von der starken Nachfrage nach Geländewagen und Pick-ups profitiert. In Europa und Asien schreibt der Autobauer dagegen rote Zahlen. Experten erwarten daher, dass sich Fiat Chrysler über kurz oder lang mit einem anderen Autobauer zusammenschließt. Bereits unter seinem früheren Konzernchef Sergio Marchionne hatte Fiat Chrysler Anschluss gesucht, war aber etwa bei VW und GM abgeblitzt.

(an/dpa)